Die Grundplatte

Die Grundplatte 

Basteln mit Geparden - Ein Katzenfummelbrett

Hallo ihr. Neulich habe ich ein sehr brauchbares Stück Holz wiedergefunden, was damals nicht mehr mit am Kratzbaum verbaut wurde. Wiedergefunden klingt jetzt irgendwie nach „verschollen“, aber ich vermute mal, es wurde ganz bewusst vor mir versteckt gehalten. Man muss erwähnen, dass der Kratzbaum in der ursprünglichen Planung zwei Meter lang sein sollte, es aus ästhetischen Gründen aber doch „nur“ 1,8m wurden. Anstatt die teure Platte mehr schlecht aus recht der Länge nach zu teilen, hatte ich lieber noch ein 300mm-Stück geholt und an die Bodenplatte gedübelt.

Also machen wir es heute einmal wie Mutti. Wenn Mutti samstags in der Küche steht und das Essen für die gefräßige Bande kredenzt, dann ist es oft gleich soviel, dass man am nächsten Tag auch noch etwas davon hat. Genau so oft reicht es dann aber gar nicht für alle. Mutti nimmt in diesem Falle einfach alles an Resten des Vor- und Vorvortags, noch ein wenig Weißwein und erarbeitet daraus etwas ganz Neues.

Die Analogie zu Muttis Restekochen ist noch nicht einmal so weit hergeholt, denn wenn wir heute fertig sind, dann haben wir den halben Hausstand auf den Kopf gestellt und alles verbaut, was man sonst nicht mehr verwendet hätte oder bisher noch keinem praktischen Nutzen zuordnen konnte. Wir bauen heute ein „Katzenfummelbrett“ mit einem an Fressnapf-Spielzeuge angelehnten Zugseil-Spiel zum Verdienen von Leckerlis. Ob „Katzenfummelbrett“ eine offizielle Bezeichnung für ein mit allerlei Unrat besetztes Stück Holz ist, kann ich nicht sagen, aber Suchmaschinen können mit dem Begriff durchaus etwas anfangen. Gleichsam begegnete mir noch keine Bezeichnung, die sich marketingtechnisch eigenen würde. Aber Fummelbrett beschreibt die angepeilte Funktion der heut’gen Bastelei sehr treffend.

Für schlaue...

Für schlaue... 

Ein Fummelbrett? Genau, Fummelbrett. Anstatt den Fellknäulen die Leckerlis in die faulen Mäulchen zu werfen, können sie sich diese doch zur Abwechslung einmal verdienen, indem sie sich diese etwa aus Röhren angeln oder aus einem Irrgarten 6-er Holzdübel tatzen.

Aber Vorsicht:
Nicht alles was uns funktionslos oder unnütz erscheint, muss es zwangsläufig sein. Im Zweifelsfalle unterzieht ihr alle zusammengetragenen Dinge noch einmal Papas prüfenden Blick, denn wenn am nächsten Tag zwei Stücke des HT-Rohrs fehlen, die der Handwerker des Hauses eigentlich für die Reparatur des morschen Abflusses in der Küche eingeplant hat, dann ist ruck zuck Tumult im Laden.

Wie bei allen anderen Basteleien steht der Spaß am Basteln im Vordergrund, denn wenn man alle verwendeten Materialien (insbesondere das Holz) kaufen müsste, dann sollte man abwägen, ob es gekauft nicht günstiger wäre. Wie gesagt, mir steht die Grundplatte heute kostenfrei zur Verfügung. Die Kosten habe ich damals auf den Kratzbaum draufgehauen, sodass es heute unsere Bilanz ungemein schönt. Allerdings muss man in ein, in seiner grundsätzlichen Veranlagung zum Kratzen, Drücken und Herumbeißen vorgesehenes, Brett nicht gar so viel investieren.

Wer mag, der sucht nun das ganze Haus nach katzentauglichen Materialien ab und schaut mal, was dabei herauskommt. Ich hab das Durchsuchen in den örtlichen Baumarkt verlegt, da ich noch Zeug für das Seilzugspiel brauchte und ich mir sehr sicher war, keine Geländer-Endstücke, Seil und Holzringe herumliegen zu haben. Tatsächlich hat der Inspirationseinkauf über eine Stunde gedauert. Dabei sind dann so illustre Dinge wie Süßmostkappen, Korken und Gardinenringe in den Korb gelangt. Es müssen selbstverständlich keine Gummikappen sein, vielleicht kann man auch Billardkugeln anstatt der Geländerstücke nehmen und ob es nun Gardinenringe sein müssen, glaube ich auch nicht. Jeder wie er will.

Süßmostkappen

Süßmostkappen 

Was benötigen wir nun alles?

Werkzeuge:

  • Bohrmaschine
  • Stichsäge
  • Akku-Schrauber
  • Holz-Bohrer
  • Holzleim

Material:

  • Bodenplatte
  • Resthölzer und Stangen
  • Dübel jeglicher Art
  • HT-Rohre
  • Süßmost-Kappen
  • reichlich Krims und Krams
  • Geländerpfosten-Endstücke
  • Schnur
  • Holzringe
  • zwei, drei Schrauben
  • Schleifpapier verschiedener Körnung
  • Ca. 10 - 2000 €(je nach Geschmack)

Genug geredet, jetzt wird gesägt. Der besseren Handhabung beider Elemente geschuldet, habe ich die Grundplatte zunächst einmal halbiert. Es gibt ja schließlich keinen Grund alles am Stück zu verwursten. Zur Erinnerung: Wir basteln. Also habe ich das Holz nicht schnöde halbiert, sondern habe die Einzelteile einem Puzzleteil nachempfunden. Das gibt dem Ganzen ein nettes Aussehen und macht es möglich, beide Module wieder zu verbinden. Absolut unnütz zwar, aber nett.

Das Seilzugspiel erklärt sich beim bloßen Hinsehen. Zwei Seitenteile, einen Querbalken und zwei an Seilen befestigte Kugeln und fertig ist der Intelligenztest für die Maunzen. Alle Teile sind mit Runddübeln und Holzleim haltbar gemacht. In meinem Falle bekam das Gerät noch eine geschwungene Form spendiert, die von den seitlich angebrachten Konusplättchen unterstützt wird. Nein, im Ernst – die waren übrig, denn eigentlich benötige ich nur zwei, sodass ich die restlichen acht gewissenlos verbraten konnte. Was die Katzen zu dem Ding sagen, bleibt abzuwarten. So wie ich Higgins kenne, knabbert er eher am Seil oder den Ringen herum, anstatt die Leckerlis zu erspielen.

Alles beisammen

Alles beisammen 

Das eigentliche Fummelbrett habe ich zunächst mit unzähligen Löchern versehen, die bei fernerer Betrachtung an das Katzenlogo eines bekannten Katzenfutter-Herstellers erinnern. Ein Quadrat, ein Kreis oder Igel tut es vermutlich auch. Leim in die Löcher, Runddübel hinterher und fertig ist er, der Irrgarten der Verzweiflung aus denen zufällig hineingeworfene Leckerlis nur mit Mühe herauszuangeln sind. Nicht weit weg davon findet man die angeschraubten Süßmostkappen wieder, die ihre Beute auch nur widerwillig hergeben.

Wer die Bauteilliste genauer studiert hat, dem fällt das Fehlen der HT-Rohre auf. Ich musste die Arbeiten nach vehementer Nachbarschafts-Intervention allein ob des Sägelärms einstellen, sodass die mit pfotengroßen Löchern zu versehenden Röhren und der andere Kram später an das Brett montiert werden müssen. Wann ich dazu komme, weiß ich allerdings auch noch nicht.

Aber ich wünsche viel Spaß beim Basteln, wünsche viel Kreativität und geduldigere Nachbarn als die meinen. Die Pfotos der fertigen Gebilde reiche ich nach und hoffentlich gibt es auch Waldkatzen in Aktion. Ansonsten wären die Dinger gar nicht mal so nützlich gewesen.

Abbildungsbeschreibungen:

Die Grundplatte:Ein Teil von Vielen.
Für schlaue...:...Katzen und Kater.
Süßmostkappen:Knifflige Gegner im Kampf um Leckerli.
Alles beisammen:Das komplett (unfertige) Katzenfummelbrett.
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