Seite zu groß?
 Der Gepard hat gemeint, diese Seite sei zu groß, um noch sinnvoll auf einem Endgerät dieser Größe dargestellt zu werden. Und nun?

Zeitungsschnippsel

Wenn ich mal nicht weiß, wohin damit, dann landet es einfach hier: Randinformationen, lose Zeitungsartikel oder Humoriges. Das ist also die Wühlkiste.

Aussagen, ich sei lediglich zu faul zum Aufzuräumen, weise ich entschieden von mir und außerdem kann ich machen was ich will, ich bin nämlich schon groß. So! Und wenn ich mal unter Dein Bett schaue, dann bin ich mir gar nicht mal so sicher, ob Kritik an meiner Art der Ordnung überhaupt noch eine legitime Grundlage hat.

...es tut doch gar nichts zur Sache, wie ich in Dein Schlafzimmer komme und es gibt auch keinen Grund, vom eigentlichen Thema abzulenken. Der Vergleich muss schon erlaubt sein, denn wenn ich hier Socken sehe, die sicher schon ein halbes Jahr hier liegen, dann erachte ich die Beanstandung anderer Ordnung für vermessen. Doch doch, der Vergleich ist sehr wohl richtig. Wie, Dein Schlafzimmer sei kein öffentlich begehbarer Raum? Also da habe ich anderes...

Na, Du hast Dich doch auch schon oft gefragt, woher die Katzen eigentlich ihre Fleckenzeichnung herhaben, hmm? Alles kein Geheimnis und genau deshalb ist im nachfolgenden Text zu erfahren wie es sich zutrug. Am sechsten Tag hatte der Schöpfer nämlich einen guten Tag, denn er erschuf die Tiere...

Kaum erschaffen, standen sie, umringten ihn mit Temperament, denn wenn man mal genau hinschaute, erkannte man das Farbpigment, das allen gleich gewesen ist und man im Reden Braun benennt. Pardeln, Löwen und die Tiger, kreisesrund zur Formation, aus allen Teilen der Region, versammelt vor der Gottperson. Ehrenfürchtig harrte man der Regung, die die Stille bricht, denn auch der Blick der Dankbarkeit, verleugnet Unbehagen nicht. Aus der Mitte sprang ein Kater aristokratischster Manier, "Gott, wir müssen ernsthaft reden.", polterte das Pardentier. "Ich verneige mich in Anerkennung ob deinem Hang zur Perfektion, zumindest im speziellen Falle der Geparden-Kreation. Sanfte Pfoten, weiches Fell, Ästhetik pur, so generell. Nur trübt das braune Fell von mir und ihm, ihr und jener hier das Bildnis der Vollkommenheit, verbietet mir die Uniform ein Grundmaß an Persönlichkeit." Und Gott? Der schaut so gar nicht glücklich, war sein Bemühen doch gar nicht ohne. All das plötzlich ungewürdigt durch der Kreaturen Krone? Reichlich ratlos fragte er, was hier denn zu verbessern wär?

"Ich hätte gerne schwarze Tupfen, da und da und hier und dort. Wie sagt es doch des Volkes Wort? Das was du anfängst, setze fort. Von Kopf bis Pfote hin zum Becken hätte ich gern dunkle Flecken, die auch, wenn Weibchen mich erschmecken, weiterhin mein Fell bedecken, sodass sie wasserfest zum Zwecken tauglich seien zum beschlecken. Zu guter letzt zwei Linien noch vom Mäulchen bis zum Auge hoch. Auf beiden Seiten jeweils eine, nicht zwei auf einer und einer keine."

Gedanklich Gott ein Bilde machte, wie es sich der Kater dachte. "Fragt sich doch, was mich veranlasst, dich zum Parden zu gestalten, wenn Frechdachs deutlich besser passt, Rechnung tragend dem Verhalten." *lacht* "Despektierlich ohne Ende, großes Mäulchen scheinbar auch, frech bis runter in die Knochen, von Feingefühl nicht einen Hauch. Doch ehrt es dich im Widerspiel, dein Schneid, dein Rückgrat, auch dein Stil. So detailliert dein Wunsch vernommen, will ich dir entgegenkommen."

"Das hast du dir wohl so gedacht. Ich bin der Größte, bin der Stärkste, mir gebührt die Fleckenpracht.", hörte man den Tiger sagen.
"Das glaubst du dir ja selber nicht. Ich sag dir, was dagegenspricht: eben noch so kleinlaut tat er, spielt er nun den Muskelkater, der meine Flecken requiriert. Ganz und gänzlich ungeniert?", hörte man den Parden fragen. "Nicht der Tiger vorgetreten, hier aus der Menge gerade eben, um sein Verlangen kundzugeben, den Flecken-Anspruch zu erheben. Wer später kommt, den straft das Leben. Das kannst du knicken, sicher das. Wir sind hier nicht bei Wünsch dir was!"

Tiger grummelt, Pardi faucht und was macht seine Gott-Durchlaucht? Sein Sinn für die Gerechtigkeit die Ansicht des Geparden teilt, doch mag er nicht Partei ergreifen für eines seiner Kinder, weil (Reim dich oder fress dich!)... ihm doch im Herzen alle spielen und nicht nur manche von den vielen. "Was hilft da alles diskutieren, ein Wettkampf soll es eruieren, wen künftig schwarze Flecken zieren.", sprach die Allmacht in die Runde, regen Zuspruch fand die Kunde. "Der Regeln kurz Tribut gezollt: Der Baum dort hinten sei die Wende, der Stein hier vorn ist unser Start und gleichsam Katzen-Wettrenn-Ende. Gewinner sei der erste Jäger und anerkannter Fleckenträger."

Der Pardi skeptisch, der Tiger hektisch, der Leo panisch, der Löwe gar nich'. "Lasst sie streiten, lasst sie rennen, ich indes werd weiterpennen. All der Stress um Flecken lohnt nicht...", meint der Leo gewohnt lakonisch. Leicht reden hat l'Aristokrate, wenn er doch schon die Mähne hat, die ihm gereicht bei Kopf und Schwanz zu königlicher Eleganz. Der Löwe also weiterschlief, als man zum Wettbewerbe rief.

Voll des Enthusiasmus standen Kopf an Kopf die Katerkatzen, im Boden tief versenkt gewesen die scharf geschliffen Krallentatzen, fokussiert aufs Wettkampfziel, den Startmoment nicht zu verpatzen. Ein letztes Mal pirscht Gottes Blick von Angesicht zu Angesicht, mit einem Schmunzeln blinzelt er den Parden an in Zuversicht, denn was sein Schöpfer hier schon wusste, ahnte doch der Kater nicht. Als frei geräumt das Areal bis hin zum Baume rein terral, im Stile eines Admiral *Grammatik vergewaltig*, dem Elefanten er befahl, das weithin hörbar Startsignal.

Das Aufbruch-Zeichen wahrgenommen, rannte man direkt drauf los, der Tiger schnell, der Leo schneller, der Pardi schlichtweg furios. Es kam so wie es kommen musste, ohne Rücksicht auf Verluste, mehr als reichlich aus der Puste, scheinbar schwach und unterschätzt gewann der Pard zu guter letzt, als Leo, Tiger und der Rest noch um die Wendemarke wetzt. Denn nicht die Größe macht den Läufer, wie man sieht am Beispiel jetzt. Der Tiger doch nicht vorne weg, eher ganz am Ende, abgehetzt.

Die Augen reibend wie im Traum, blickt der Gepard zurück zum Baum, denn kaum zu glauben was geschah, dass er schon hier, die anderen da. "Womöglich nur der Teufel ahnt, wie ich die Schwerkraft destruier. Drum sei es wie es scheinbar ist, denn ich bin jetzt das Fleckentier."

Noch während sich der Rest der Meute hechelnd durch das Rennen quält, sind Farben, Formen und die Größe diskutiert und auserwählt. Ein letztes Mal noch instruiert, schwingt Gott den Pinsel routiniert, mit stil- und kunstgerechter Hand vollendet er das Fellgewand, mit Punkten, Linien, all den Sachen, die Geparden fleckig machen.

"Es ist vollbracht.", sprach Gott zum Kater. "Weit schöner noch als ich gedacht."
Dankbar und in Ehrerbietung streicht der Kater sanft entlang, an seines Schöpfers rechter Pfote, schnurrend und mit stolzem Gang. Erhobenen Hauptes, bewusst der Wirkung, stellt Pfot um Pfote vor sich her, vorbei an gleicher Arten Katzen, lasziven Schrittes wandelt er, ein sanfter Blick aus goldnem Auge verrät den Weibchen sein Begehr. Vergessen all die Contenance, verfolgen sie ihn wie in Trance.

Sanftes Lächeln, Brustfell schlecken, lautes Schmatzen, Katze schmecken, Rücken kratzen, Schulter beißen, Bauchfell tatzen, weiterhecheln. Bemüht um seine Pardenmädchen, Verwendung findet jedes Pfötchen, mal sanft, mal intensiv an Orten, die mancher nicht beschreibt mit Worten. Allein gelenkt vom Duft des Triebes, vertieft im wilden Liebesspiel, sodass vom Parden unbemerkt, sich auch der Rest begibt ins Ziel.

"Die Trauben sind mir eh zu sauer.", hörte man den Tiger schmollen. "Was sollte ich mit kleinen Flecken? Ich nehm die Großen, Eindrucksvollen." Kaum ausgesprochen sein Belieben, widersprach der Leopard, "Denn wie du selbst bemerken solltest, bin ich der, der Zweiter ward." Grummeliger als zuvor, der Tiger faucht beängstigend, "Ich habe hier noch schicke Streifen", meinte Gott beruhigend. "Durch sie ergeben sich Akzente, passend zum Gehölz-Ambiente." Nur mäßig überzeugt vom Ganzen, willigt Tiger letztlich ein, denn gänzlich ohne Fellbemalung ist's wie nackt und allgemein.

Der Löwe schläft, der Leo brummelt, der Pardi keucht, der Tiger grummelt. Und was tut ihr in dem Moment, da ihr der Sage Ausgang kennt?

Wer tapfer bis zum Ende kam und eifrig sinnt nach der Moral, doch keine fand in all der Eile, liest diesen Text ein weitres Mal. Wenn auch im Zweiten nichts gewahrt, so ist das weniger erheblich, denn wider die Gepflogenheiten, sucht Mann und Frau Moral vergeblich ;) Allein der Hinweis sei gegeben, dass nichts unmöglich ist im Leben. Wenn etwas fehlt zu eurem Glück, so nehmt es euch in ganzem Stück, solange es euch angeboten. Stellt euch auf die Hinterpfoten!

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