Der Leopard

Der Leopard 

Wissenswertes über den Leoparden

An dieser Stelle gibt es einiges Grundlegendes, sowie Artspezifisches zum Leoparden zu erfahren. Es sei darauf hingewiesen, dass man die weiterführenden Links am Seitenende beachte, sodenn es nach umfassenderen Erklärungen zu den im folgenden Text angeschnittenen Thematiken gelüstet, die ich im Sinne der Übersichtlichkeit auf separate Seiten verlegt habe. Dies bringt es mit sich, dass ich mich nicht unnötig wiederholen muss und gleichzeitig nicht des "Vergehens" schuldig gesprochen werden kann, alles und jede Informationen aufzudrängen :) In jedem Falle viel Spaß, Kidogo Gepard.

In Ihrer enormen Anpassungsfähigkeit fällt es schwer, den Leoparden einem bestimmten Lebensraum zuzuordnen, der zum einen in tropischen Gegenden zu finden ist, was allein schon 80% des afrikanischen Kontinents einschließt. Jedoch wurde er auch schon in 5600 m Höhe im Kilimandscharo-Gebirge gesichtet. Zudem sind Leoparden in weiten Teilen Asiens beheimatet - von Ostsibirien (Amurleopard), Korea, NO-China, Saudi-Arabien (Südarabienleopard) bis hin zur Türkei. Anmerkend sei gesagt, dass vor 1,5 Mio. Jahren Leoparden bis hinein nach England in ganz Europa verbreitet waren. Um falsche Vermutungen noch im Vorfeld zu korrigieren, Leoparden sind als "bedroht" eingestuft, die weite Verbreitung ist demnach kein Indikator für eine große Population, vielmehr ist es ein Zeichen außerordentlicher Anpassungsfähigkeiten (siehe unten: Lebensräume).

Jaguare werden vereinfacht folgendermaßen in das zoologische System eingeordnet (siehe unten: Taxonomie):

  • Ordnung: Carnivora (Raubtiere)
  • Familie: Felidae (Katzen und Katzenartige)
  • Unter-Familie: Pantherinae (Großkatzen)
  • Gattung: Panthera
  • Art: Panthera pardus

Durch den unterschiedlichen Lebensraum können auch Unterschiede in der Farbgebung des Fells auftreten, was gleichsam bedeutet, dass die Fellfarbe als Solches Nicht zur Unterarten-Unterscheidung herangezogen werden kann. Die Fellfarbe reicht von ockerfarben/hellbraun bis dunkelbraun, versehen mit der leopardischen Fleckenzeichnung, wobei es hier im eigentlichen Sinne keine Flecken sind, sondern eher Rosetten, die im Inneren dunkler (im Vergleich zur Fellgrundfarbe) ausgefüllt sind. Die Körperunterseite (vom Kinn bis zum Bauch und an den Beininnenseiten) ist auffallend hell bis weiß gefärbt (siehe unten: Fellzeichnungen).
Auch Leoparde verbleiben Im Kontext der Fellzeichnung nicht ohne Ausnahme. So kann man seltener Weise Tiere mit einer komplett schwarzen Fellfärbung beobachten (verstärkt in dichten Waldregionen) - die Rede ist von Panthern. Die Elterntiere müssen dabei nicht zwangsläufig Panther sein und so können in einem Wurf beiderlei Fellzeichnungen auftreten. Entgegen anderslautender Behauptungen stellen Leoparden-Panther keine eigene Unterart dar, da deren Auftreten lediglich eine Genmutation zu Grunde liegt. Schaut man jedoch näher hin, müsste man sehen, dass die normale Fleckenzeichnung noch ein wenig durch das Schwarz schimmert (siehe unten: Abnorme Fellzeichnungen).
Völlig aus dem Zusammenhang heraus sei erwähnt, dass Leoparden bei einer schwankenden Körperlänge von 1,1m - 1,5m ein Gewicht von ca. 45 kg - 90 kg erreichen können, wobei Weibchen durchschnittlich 50% leichter sind und folglich um die 30 kg - 60 kg schwer sind. Die Körperhöhe beläuft sich auf 50cm - 65cm, die Schwanzlänge auf ca. 45 cm - 75cm. Nun erscheinen die Daten in ihrer Abstraktheit nur wenig nutzvoll, jedoch sollen sie der Vollständigkeit halber Erwähnung finden, zu groß sind Schwankungen von Individuum zu Individuum. Ein Leopard ist eben genau so schwer, wie er eben schwer ist (siehe unten: Proportionen).

Wie alle Katzen, bewegen sich Leoparden digitigrad fort, bewegen sich also nur auf ihren gepolsterten Zehen durch die Wildnis. Dabei ist zu beobachten, dass die Hinterpranken des Leoparden nur mehr vier Zehen besitzen, da hier die "große" Zehe verkümmert ist. An den Vorderpranken ist der erste Strahl jedoch noch rudimentär an der Prankenhinterseite vorhanden. An allen Zehen des Leoparden befinden sich gebogene Hornkrallen, die bei Nichtgebrauch in den Hornscheiden verbleiben und durch ein elastisches Band am Fußinneren am Heraustreten gehindert werden. Durch Anspannen der entsprechenden Muskeln können die Krallen herausgestreckt werden, sodass man im Kontext der Krallen eher von "willkürlich herausstreckbaren Krallen" (Zitat: Horst/Wally Hagen - Der Leopard) sprechen müsste, denn von Einziehbaren (siehe unten: Anatomie).

Leoparden haben die Fähigkeit, ihre Umwelt auf einem Level wahrzunehmen, der sich für einen Menschen nicht mehr so recht vorstellbar macht, aufgrund der außerordentlichen Ausprägung der felinen Sinnesorgane. So übertrifft das Gehör selbst das eines Hundes, wobei die sehr beweglichen Ohren Frequenzen bis 60kHz wahrnehmen können und Bedeutung für das Orientierungshören und die Kommunikation mittels mimischer Ausdrucksbewegungen haben.
Die Sehkraft der Leoparden ist in etwa vergleichbar mit der des Menschen, wobei der Katzen Nachtsehfähigkeit um das sechsfache besser ist. Möglich wird dies durch eine lichtreflektierende Schicht auf der Netzhaut des Auges, welche das auftreffende Licht zurückwirft und die Sehzellen im Auge ein weiteres mal anregt. Somit werden diese zweimal angesprochen und das wenige Licht effizienter genutzt, wodurch auch die leuchtenden Katzenaugen bei Nacht erklärt wären. Ähnlich des Menschen sind auch Katzenaugen nach vorn gerichtet und weisen eine große Sehachsenüberschneidung auf, was auf ausgezeichnete 3-dimensionale Sehfähigkeiten schließen lässt.
Ein Augenmerk sollte auch auf den Geruchssinn fallen, denn in seiner Ausprägung ermöglicht er es dem Tier, sich vollständig geruchsmäßig zu orientieren und im Zusammenspiel mit den Tasthaaren unter Nase und Augen, welche kleinste Berührungsreize (selbst feine Luftströmungen) wahrnehmen können, gelingt es den Katzen auch bei völliger Dunkelheit die Orientierung zu behalten. Aber Liebe Kinder, bitte versucht dies nicht zu Haus! (siehe unten: Sinnesorgane)

Katzentypisch sind Leoparden, mit Ausnahme bei der Jungenaufzucht und der Paarung, im Grundsätzlichen Einzelgänger, und setzen alles daran, den Kontakt mit Artgleichen zu vermeiden, indem sie auffällige Orte mit Harn bespritzen und Kratzspuren in Bäumen oder Ähnlichem hinterlassen. Kommt es dennoch zu einem Aufeinandertreffen zweier Individuen, kommt es zu Beginn zu Drohgebärden und Drohmimiken. Sollte es an der Stelle nicht ausreichen, dass einer der Kontrahenten die Flucht ergreift, kommt es zu seltenen, aber meist tödlichen Auseinandersetzungen.

Einzelgänger oder nicht, so finden sich Tiere beider Geschlechts im Moment der Paarungsbereitschaft zusammen. In dieser Zeit wird das Männchen in der Nähe des Weibchens geduldet. Um die Paarungsbereitschaft der Weibchen festzustellen, öffnen die Leopardenmännchen leicht das Maul, ziehen die Oberlippe zurück und können mittels des Jacobson'schen Organs am oberen Gaumen den Status des Weibchens wahrnehmen. Diese, oft als "Grimassenschneiden" bezeichnete, Reaktion auf bestimmte Gerüche (im diesem Kontext - Urinmarkierungen des Weibchens), bezeichnet man als "Flehmen". In dieser Zeit verlangt es vom Leopardenmann ein großes Maß an Beharrlichkeit, denn trotz allen Flehmens bestimmt allein die Leopardin den Zeitpunkt der Kopula, welchen sie dem Männchen durch lordosisches Hinterteil entgegenrecken deutlich wissen lässt, ebenso deutlich wie sie ihm sagen wird, wenn es noch nicht so weit ist. Ab dem Moment, da die Leopardin die Paarung zulässt, kopulieren diese von nun an ca. alle 15 Minuten, ca. 40 - 50 mal am Tag, bis zu 5 Tage und Nächte hinweg. Die Anzahl und die hohe Frequenz der Paarungen sollen die Ovulation provozieren, die sich bei Katzen nicht spontan einstellt. (siehe unten: Katzensex)

Im Falle des Eintretens einer Trächtigkeit bringt die Leopardin nach einer Tragdauer von ca. 100 Tagen 2 - 3 Junge zur Welt, welche ca. 2 Monate lang gesäugt werden. Mit ca. 6 Monaten schon beginnen die Jungen selbsttätig zu jagen und haben bereits die Größe ihrer Mutter. Nach spätestens 2 Jahren werden die Jungtiere die Mutter verlassen, die dann erneut in den Östrus kommt, während ihr Nachwuchs mit ca. 2,5 Jahren selbst paarungsbereit wird.

Der Leopard verfügt über eine recht große Auswahl an Möglichkeiten, seine Jagd erfolgreich zu gestalten, denn aufgrund seiner Jagdflexibilität passt er seine Technik der Situation an. Entscheidet er sich für die Schleichjagd, so pirscht er sich (mitunter mehrere Stunden lang) bis auf 5 - 6m an sein potentielles Opfer heran, um es dann mit einem riesigen Sprung zu überwältigen. Der Vorteil dieser Jagdmethode ist der vergleichsweise geringe Energieaufwand und deshalb wohl Hauptjagdmethode des Gefleckten. Sehr beliebt scheint auch die Lauerjagd, bei der sich der Leopard an einen (sowohl..., als auch...) aussichtsreichen Platz begibt und auf vorbeiziehendes Wild wartet. Zwar ist diese Art des Beuteschlagens sehr energiesparend und bei weitem nicht so konzentrationsintensiv aber ungleich situationsabhängiger. Als Verfolgungsjäger kann man einen Leoparden aber eher selten erleben, trotz dem er mit seinen 60km/h recht gut zu Pfote ist. Die Stöberjagd scheint da schon eine bevorzugtere Methode zu sein, wobei der Jäger hier augenscheinlich ziellos umherzieht und auf plötzlich flüchtende Beute hofft. Eher selten ist das Aneignen fremder Beute. Zahlen belegen, dass dies nur zu 5% aller Fälle zur Beutebeschaffung geschieht.
Das Töten erfolgt durch den Kehl- oder Nackenbiss, während der Leopard seine 6cm langen Eckzähne in den Hals seiner Mahlzeit treibt. An dieser Stelle divergieren Meinungen, ob der Leopard seine Beute dabei erstickt oder ob er seiner Beute durch einen gezielten Biss das Rückenmark durchtrennt - offensichtlich hierbei ist der letale Ausgang.

An dieser Stelle wird es Zeit für nicht einordenbare Randbemerkungen, denn es sei bemerkt, dass der Leopard seine ganz eigene Methode zur Beutesicherung hat, da er exzellent Klettern kann, wodurch ihm die Möglichkeit gegeben ist, seine Beute auf einem Baum zu sichern, weites gehend sicher vor anderem Raubgetier. Dabei kann der Leopard Beutetiere schleppen, die oftmals doppelt so schwer sind, wie er selbst. Interessant ist auch, dass Leoparden, wie eigentlich alle Katzen, ausgezeichnet schwimmen können, die Frage ist hier nur, ob es tatsächlich Spaß macht oder doch die Abscheu siegt - klar scheint, dass sie es können. Und wenn wir schon beim Wasser sind... Sofern die Möglichkeit besteht, trinken die Katzen alle 1 - 2 Tage, geht es aber nicht, können sie genauso gut mehrere Monaten ohne Wasser auskommen, da sie ihren Wasserhaushalt durch das Blut ihrer Opfer ausgleichen können (siehe unten: Wissenswertes).

So einzigartig und bemerkenswert der Leopard ist, so selten ist er geworden... Seine seltene Erscheinung lässt sich nur bedingt auf seine perfekte Tarnung und Scheu zurückführen.

Abbildungsbeschreibungen:

Der Leopard:Der lautlose Tod.
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