An dieser Stelle gibt es einiges Grundlegendes, sowie Artspezifisches zum Tiger zu erfahren. Es sei darauf hingewiesen, dass man die weiterführenden Links am Seitenende beachte, sodenn es nach umfassenderen Erklärungen zu den im folgenden Text angeschnittenen Thematiken gelüstet, die ich im Sinne der Übersichtlichkeit auf separate Seiten verlegt habe. Dies bringt es mit sich, dass ich mich nicht unnötig wiederholen muss und gleichzeitig nicht des "Vergehens" schuldig gesprochen werden kann, alles und jede Informationen aufzudrängen :) In jedem Falle viel Spaß, Kidogo Gepard.
Es fällt schwer, dem Tiger einem bestimmten Lebensraum zuzuordnen, da er zum einen in tropischen Gegenden (indische Dschungel-Gebiete) zu finden ist, zum anderen wurden schon Tiger-Spuren im Himalaja-Gebirge entdeckt (3000m). An und für sich sind Tiger jedoch in ganz Asien beheimatet, was jedoch auch hier keinerlei Schlüsse auf die Größe der tigrischen Gesamtpopulation zulässt und eher als Anzeichen für seine Anpassungsfähigkeit sein dürfte (siehe unten: Lebensräume).
Tiger werden vereinfacht folgendermaßen in das zoologische System eingeordnet (siehe unten: Taxonomie):
Durch den unterschiedlichen Lebensraum können auch Unterschiede in der Farbgebung des Fells auftreten, was gleichsam bedeutet, dass die Fellfarbe als Solches Nicht zur Unterarten-Unterscheidung herangezogen werden kann. Die Fellfarbe reicht von reicht von gelb-orange bis zu dunkel-orange, versehen mit der tigrischen, schwarzen Streifenzeichnung. Die Körperunterseite (vom Kinn bis zum Bauch und an den Beininnenseiten) ist auffallend hell bis weiß gefärbt. Tiger haben im Allgemeinen kurzes, dichtes Haar, nur um den Kopf herum erstreckt sich ein mähnenähnliches Band längerer Haare, während Sibirer (temperaturbedingt) am ganzen Körper relativ lange Haare besitzen. Generell ist das Bauchfell länger als das Fell an Beinen und Rücken (siehe unten: Fellzeichnungen).
Aber wie schon von den anderen Katzen bekannt, kommen jetzt die Ausnahmen, denn es ist bekannt, dass auch weiße Tiger - wahlweise mit oder ohne Streifenzeichnung - auftreten können. Die leukistische Färbung ist auf eine genetische Mutation zurückzuführen, dennoch scheint dies nur bei Bengal-Tigern der Fall zu sein. Ferner gibt es "Golden Tabby Tigers" mit einer gold-gelben Fellfarbe, hellbraun gefärbten Streifen und mit garantiertem Seltenheitswert. Hin und wieder behauptet man sogar die Existenz von melanistischen Tigern, jedoch ist dies bisher nicht wirklich bewiesen (siehe unten: Abnorme Fellzeichnungen).
Völlig aus dem Zusammenhang heraus sei erwähnt, dass Tiger bei einer schwankenden Körperlänge von 2,4m - 3m ein Gewicht von ca. 190 kg - 300 kg erreichen können, wobei Weibchen durchschnittlich 50% leichter sind und folglich um die 120 kg - 170 kg schwer sind. Die Körperhöhe beläuft sich auf 100cm - 120cm, die Schwanzlänge auf ca. 100 cm - 120 cm. Nun erscheinen die Daten in ihrer Abstraktheit nur wenig nutzvoll, jedoch sollen sie der Vollständigkeit halber Erwähnung finden (siehe unten: Proportionen).
Wie alle Katzen, bewegen sich Tiger digitigrad fort, bewegen sich also nur auf ihren gepolsterten Zehen durch die Wildnis. Dabei ist zu beobachten, dass die Hinterpranken des Tigers nur mehr vier Zehen besitzen, da hier die "große" Zehe verkümmert ist. An den Vorderpranken ist der erste Strahl jedoch noch rudimentär an der Prankenhinterseite vorhanden. An allen Zehen des Tigers befinden sich gebogene Hornkrallen, die bei Nichtgebrauch in den Hornscheiden verbleiben und durch ein elastisches Band am Fußinneren am Heraustreten gehindert werden. Durch Anspannen der entsprechenden Muskeln können die Krallen herausgestreckt werden, sodass man im Kontext der Krallen eher von "willkürlich herausstreckbaren Krallen" (Zitat: Horst/Wally Hagen - Der Leopard) sprechen müsste, denn von Einziehbaren. Tigerkrallen können eine beträchtliche Länge haben - so unglaublich es klingen mag, die Krallen können bis zu 10 cm Lang werden (siehe unten: Anatomie).
Tiger haben die Fähigkeit, ihre Umwelt auf einem Level wahrzunehmen, der sich für einen Menschen nicht mehr so recht vorstellbar macht, aufgrund der außerordentlichen Ausprägung der felinen Sinnesorgane. So übertrifft das Gehör selbst das eines Hundes, wobei die sehr beweglichen Ohren Frequenzen bis 60kHz wahrnehmen können und Bedeutung für das Orientierungshören und die Kommunikation mittels mimischer Ausdrucksbewegungen haben.
Die Sehkraft der Tiger ist in etwa vergleichbar mit der des Menschen, wobei der Katzen Nachtsehfähigkeit um das sechsfache besser ist. Möglich wird dies durch eine lichtreflektierende Schicht auf der Netzhaut des Auges, welche das auftreffende Licht zurückwirft und die Sehzellen im Auge ein weiteres mal anregt. Somit werden diese zweimal angesprochen und das wenige Licht effizienter genutzt, wodurch auch die leuchtenden Katzenaugen bei Nacht erklärt wären. Ähnlich des Menschen sind auch Katzenaugen nach vorn gerichtet und weisen eine große Sehachsenüberschneidung auf, was auf ausgezeichnete 3-dimensionale Sehfähigkeiten schließen lässt.
Ein Augenmerk sollte auch auf den Geruchssinn fallen, denn in seiner Ausprägung ermöglicht er es dem Tier, sich vollständig geruchsmäßig zu orientieren und im Zusammenspiel mit den Tasthaaren unter Nase und Augen, welche kleinste Berührungsreize (selbst feine Luftströmungen) wahrnehmen können, gelingt es den Katzen auch bei völliger Dunkelheit die Orientierung zu behalten. Aber Liebe Kinder, bitte versucht dies nicht zu Haus! (siehe unten: Sinnesorgane)
Katzentypisch sind Tiger, mit Ausnahme bei der Jungenaufzucht und der Paarung, im Grundsätzlichen Einzelgänger, und setzen alles daran, den Kontakt mit Artgleichen zu vermeiden, indem sie auffällige Orte mit Harn bespritzen und Kratzspuren in Bäumen oder Ähnlichem hinterlassen. Kommt es dennoch zu einem Aufeinandertreffen zweier Individuen, kommt es zu Beginn zu Drohgebärden und Drohmimiken. Sollte es an der Stelle nicht ausreichen, dass einer der Kontrahenten die Flucht ergreift, kommt es zu seltenen, aber meist tödlichen Auseinandersetzungen.
Einzelgänger oder nicht, so finden sich Tiere beider Geschlechts im Moment der Paarungsbereitschaft zusammen. In dieser Zeit wird das Männchen in der Nähe des Weibchens geduldet. Um die Paarungsbereitschaft der Weibchen festzustellen, öffnen die Tigermännchen leicht das Maul, ziehen die Oberlippe zurück und können mittels des Jacobson'schen Organs am oberen Gaumen den Status des Weibchens wahrnehmen. Diese, oft als "Grimassenschneiden" bezeichnete, Reaktion auf bestimmte Gerüche (im diesem Kontext - Urinmarkierungen des Weibchens), bezeichnet man als "Flehmen". In dieser Zeit verlangt es vom Tigermann ein großes Maß an Beharrlichkeit, denn trotz allen Flehmens bestimmt allein die Tigerin den Zeitpunkt der Kopula, welchen sie dem Männchen durch lordosisches Hinterteil entgegenrecken deutlich wissen lässt, ebenso deutlich wie sie ihm sagen wird, wenn es noch nicht so weit ist. Ab dem Moment, da die Tigerin die Paarung zulässt, kopulieren diese von nun an ca. alle 15 Minuten, ca. 40 - 50 mal am Tag, bis zu 5 Tage und Nächte hinweg. Die Anzahl und die hohe Frequenz der Paarungen sollen die Ovulation provozieren, die sich bei Katzen nicht spontan einstellt. (siehe unten: Katzensex)
Im Falle des Eintretens einer Trächtigkeit bringt die Tigerin nach einer Tragdauer von ca. 105 Tagen 2 - 3 Junge zur Welt, welche ca. 2 Monate lang gesäugt werden. Nach spätestens 2 Jahren werden die Jungtiere die Mutter verlassen, die dann erneut in den Östrus kommt, während ihr Nachwuchs mit ca. 3 - 4 Jahren selbst reproduktiv aktiv wird.
Je nach Verfügbarkeit an Beutetieren haben Tiger ein Territorium der Größe von 20km2 bis 300km2, abhängig vom Lebensraum und Tigerunterart. Dabei jagen sie so ziemlich alles, was sich in ihrem Territorium befindet und selbst vor Elephanten wird nicht Halt gemacht. Entweder schleicht sich der Tiger bis auf 25m an sein Opfer an, um es dann mit einem gewaltigen Satz zu überwältigen oder er treibt es beispielsweise in ein Wasserloch, wo der Tiger nur noch warten muss, bis das Beutetier ertrunken ist. Letztere Jagdform ist gar nicht mal so selten bei Tigern, da diese nicht sehr energieaufwendig ist. Sollte das Tier noch leben, wird der Kehlbiss angesetzt - hierbei durchtrennt der Tiger mit seinen ca. 6cm langen Eckzähnen das Rückenmark der Tiere oder schneidet die Sauerstoffzufuhr der Opfer ab.
An dieser Stelle wird es Zeit für nicht einordenbare Randbemerkungen, denn es sei bemerkt, dass Tiger während einer Mahlzeit 35kg - 40kg Fleisch zu sich nehmen können und ähnlich den Jaguaren lässt sich beobachten, dass Tiger außerordentlich gern schwimmen (siehe unten Wissenswertes).
Wer nicht allzu blind durch unsere Welt geht, dem wird nicht entgangen sein, dass man innerhalb Zoos und Zirkussen immer mal wieder bewusst artfremde Katzen zur Paarung bringt (in dem Falle Tiger und Löwe), mit dem zweifelhaften Ergebnis eines "Ligers" oder "Tigons". Erwartungsgemäß weisen diese Tiere Merkmale beider Elternteile auf, werden aber in verschiedenen Beobachtungen als verhaltensgestört beschrieben und sind zudem unfruchtbar, was in diesem Zusammenhang also keinen Sinn dieser Kreuzung mit sich bringt. Man schafft hier ein Kuriosum, welches in seiner Ungewöhnlichkeit dafür vorgesehen ist, die Besucherzahlen zu erhöhen. Einzig bemerkenswert scheint die Tatsache, dass diese Tiere über alle Maßen groß werden und gewichtsmäßig durchaus die 450kg- Grenze überschreiten können (siehe unten: Hybriden).
| Der Tiger: | Bewahrer der Streifenmode. |








