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Abweichende Fellfärbungen der großen Katzen

Der Tiger hat Streifen, der Gepard hat Flecken und der Löwe hat nichts von all dem! Ja wenn es doch nur so einfach wäre. Aber in der Natur geht ja bekanntlich auch nichts ohne Ausnahmen und so kommt es, dass man beim Thema der verschiedenen Fellfärbungen von Groß- und Raubkatzen mit Begriffen wie: Melanismus, Leuzismus, Tabbies und Albinismus konfrontiert wird.

Einziges Problem daran ist, dass Angaben zu dieser Thematik nur teilweise belegt und nur unzureichend verzeichnet sind, sodass man manchem Bild mit gesunder Skepsis entgegnen muss. Selbst dann, wenn man sich noch nie so recht mit der Thematik befasst hat, werden einem sicherlich schwarze Leoparden aufgefallen sein - wohl eine der bekanntesten Abweichungen in Bezug auf Fellfärbungen. Und mit denen wollen wir auch gleich beginnen.

Wollen wir? Klar, wollen wir!

Melanismus

Wer kennt ihn nicht, den "Schwarzen Panther", wie er allgemein hin genannt wird? Oftmals wird er als noch gefährlicher, noch stärker, noch schneller und noch mystischer beschrieben, als es bei normal gezeichneten Leoparden der Fall ist. Oftmals sind diese Behauptungen und Mythen völlig an den Haaren herbei gezogen und ebenso oft lassen sich Märchen nur schwer aus den Köpfen der Menschen vertreiben. So repräsentieren Panther, auch wenn oftmals anders behauptet, keine eigene Leoparden-Unterart.

Ein monogenetisch rezessiv vererbtes Gen beider Elterntiere bewirkt einen erhöhten Anteil an schwarzen Farbpigmenten in Haut und Fell, welches die dunkle Fellfärbung und allgemein dunkle Erscheinung verursacht - diese Art der Fellfärbung bezeichnet man als Melanismus. Dies bedeutet, dass die Eltern nicht zwangsläufig melanistische Leoparden gewesen sein müssen, um schwarzgefärbten Nachwuchs zu bekommen. Es ist zu beobachten, dass in waldreichen Gegenden verstärkt Schwärzlinge auftreten, was gleichsam die relative Häufigkeit von schwarzen Jaguaren im Amazonas erklärt. Das Auftreten von Melanismus bei den Jaguaren ist vergleichbar mit dem der Leoparden (siehe auch: Fellfärbung des Leoparden und Fellfärbung des Jaguars).

Schwarzer Leopard
Schwarzer Leopard - © 2011-03-01 16:17:29 zanuist
 

Hin und wieder liest man, dass es melanistische Tiger geben würde, allerdings lassen sich diese Aussagen nur schwer belegen, denn es sind keine Photos vorhanden, die die Existenz dieser Tiger beweisen würden. Zwar gibt es Eines, nur schrieben hierzu verschiedne Fachzeitschriften, ob man den vermeintlich schwarzen Tiger vielleicht mit einem Leoparden verwechselt habe. Wie vielerorts beschrieben, wurde 1992 ein schwarzes Tigerfell von Wilderern beschlagnahmt von dem aber scheinbar niemand weiß, wo es ausgestellt oder anderweitig verblieben ist. Man nimmt sogar an, dass die Schwarzfärbung vom getrockneten Blut eines Beutetieres des Tigers her rührt. Wie auch immer, die Existenz melanistischer Tiger ist fraglich. Eine andere Art der Schwarzfärbung bei Tigern ist der Pseudo-Melanismus. Hierbei waren die Streifen des beobachteten Tieres abnormal breit, sodass nur noch wenige, kleine Flecken der orangenen Fellgrundfarbe zu sehen waren (siehe auch: Fellfärbung des Tigers).

Leuzismus

Und wenn es Schwarze gibt, dann gibt es auch Weiße.

Dämliche Logik, allerdings trifft diese hier zu, denn es gibt zum Beispiel auch Tiger, die statt ihrer typischen, orangenen Fellgrundfarbe komplett weiß sind und anstatt ihrer schwarzen Tigerzeichnung dünnere, dunkelbraune Streifen haben. Es kommt auch vor, dass mancher Tiger gar keine Fellzeichnung hat. In diesem Zusammenhang fällt schnell das Wort "Albinismus". Allerdings handelt es sich hier nicht um Albinismus, denn zum einen haben die meisten weißen Tiger sichtbare Streifen, zum anderen haben sie, selbst wenn es sich um vollständig weiße Tiere handelt, eis-blaue Augen. Würde es sich also um Albinismus handeln, dann wären auch keine Farbpigmente in der Iris, wodurch die stark durchblutete Netzhaut rot durch die farblose Regenbogenhaut scheinen würde und es zu den scheinbar roten Augen der Tiere käme. Auffällig sind die rosafarbene Nase und Pfotenballen. Bei einer derartigen Fellfärbung spricht man von Leuzismus.

Löwenfärbung im Vergleich
 

Die Vererbung erfolgt wiederum durch ein rezessives Gen, welches beide Elternteile in sich tragen müssen. Dadurch ist das Auftreten eines leuzistischen Tigers in einem Wurf, stochastisch betrachtet, sehr selten und man geht von Wahrscheinlichkeiten aus, wo auf 10 000 Neugeborene nur Eines fällt, welches eine weiße Fellfarbe hat. Man schätzt kaum 50 Exemplare, weltweit. Es wurde festgestellt, dass weiße Tiger keine eigene Unterart bilden, allerdings hat man auch festgestellt, dass Leuzismus nur bei Bengalischen Tigern auftritt. Diese Information ist aber mit Vorbehalt zu betrachten, denn Mancher will weiße Sibirer gesehen und photographiert haben. Ob Diese durch Unterartenkreuzungen entstanden sind weiß ich nicht, könnte aber eine Erklärung sein. Fakt ist aber, dass es wohl derzeit keine wildlebenden leuzistischen Tiger gibt. Der Grund springt einem ja sofort ins Auge, denn die Tarnung dieser Tiere ist mehr als ungeeignt und der Jagderfolg hält sich vermutlich in Grenzen. Es ist anzunehmen, dass diese Tiere kaum Überlebensmöglichkeiten in Freiheit haben.

Aber Leuzismus ist nicht nur den Tigerarten vorbehalten, es gibt diese Erscheinung zum Beispiel auch bei Löwen. Ähnlich den Tigern, verhält es sich hier mit der Vererbung, wodurch sie ebenso selten sind, denn von ihnen gibt es gerade mal noch geschätze 30 Tiere. Allerdings haben weiße Löwen dennoch ihre bernsteinfarbene Augenfarbe, weshalb man auch hier nicht von Albinismus sprechen kann. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie unvorteilhaft solch eine Fellfarbe in den endlosen Weiten der afrikanischen Savanne ist. Zwar haben diese Löwen sicherlich ihren Platz im Rudel und sind von daher wohl nicht so arg vom Verhungern bedroht, allerdings wird der Jagderfolg durch sie nicht größer. Forscher gehen bei den Löwen sogar davon aus, dass es in der Vergangenheit verschiedene Farbvarianten gegeben haben muss. Eine weitere, unbestätigte Aussage ist, dass Leuzismus auch bei Leoparden, Jaguaren und Pumas beobachtet wurde (siehe auch: Fellfärbung des Tigers und Fellfärbung des Löwen).

Tabbies

Wir fassen mal kurz zusammen: Es gibt orange-farbene Tiger, es gibt möglicherweise schwarze, es gibt weiße Tiger, wahlweise mit oder ohne Streifen. Aber das soll es nicht gewesen sein, denn es gibt da noch die Golden Tabby Tigers, auch Golden Bengals oder Tabbies genannt. Diese Tiere sind im Allgemeinen etwas heller gefärbt und die Fellgrundfarbe reicht hier von gelb bis golden, was auch die Namensgebung erklärt. Hinzu kommen die verhältnismäßig dünnen, hellbraunen Streifen und ein weiches Fell.

Tabby-Tiger
Tabby-Tiger - © 2011-05-07 16:20:29 Rune Jensen
 

Und die Tatsache, dass es keine offizielle Bezeichnung für diese Tiere gibt lässt darauf schließen, wie außerordentlich selten Tabbies sind. Man kann sagen, dass es diese Tiere nicht in freier Wildbahn gibt und es ohnehin nur ca. 30 Individuen existieren. Das liegt wiederum hauptsächlich darin begründet, dass beide Elterteile das rezessive Gen für die Tabby-Färbung aufweisen müssen. Also sind normalgefärbte Tiere und Tabbies in einem Wurf möglich. In seltenen Fällen sind sogar schon Weiße, Normale und Tabbies in einem Wurf aufgetreten! Auch hier geht man davon aus, dass diese Form der Fellfärbung nur bei Bengalischen Tigern auftritt (siehe auch: Fellfärbung des Tigers).

Königsgeparde

Und weil sich Geparde bekanntlich schon immer jeder Verallgemeinerung und Katalogisierung widersetzten ist es wohl kaum verwunderlich, dass Geparde hier ebenfalls Erwähnung finden. Denn es kommt bisweilen vor, dass Fleckentiere geboren werden, die eine allgemein dunklere Fellgrundfarbe haben und wesentlich stärkere, größere Flecken aufweisen, die sogar miteinander verbunden sein können. Am Rücken bilden diese Längsstreifen.

Diese Tiere werden gemein hin als Königsgeparde bezeichnet, wobei man immer davon ausging, dass diese eine eigene Unterart repräsentierten und man sie deshalb unter dem Namen: Acinonyx jubatus rex einordnete. Allerdings bilden auch diese keine eigene Unterart. Das Nacken- und Kopffell der Königsgeparde ist interessanterweise etwas länger als das normaler Parden. Die Vererbung erfolgt wieder über ein monogentisch rezessiv vererbtes Gen beider Elternteile, was bedeutet, dass 2 Königsgeparde nicht zwangsläufig Königsgeparde als Nachwuchs haben müssen und das die Eltern ihrerseits Königsgeparde sein mussten. Zudem bereitet es keine Probleme, sollten Kreuzungen von Königsgeparden und normalen Geparden vorkommen, denn die Nachkommen sind fortpflanzungsfähig.

Gepardenmusterung im Vergleich
 

Das ändert aber nichts an der Seltenheit dieser Tiere, denn es existieren wohl derzeit nur noch geschätzte 50 Exemplare. Forscher haben herausgefunden, dass diese Fellzeichnung durch eine Mutation des Tabby-Gens hervorgebracht wird, wodurch es schon Tiere gegeben hat, die ganz und gar keine Flecken im Nackenbereich hatten. Auch wird behauptet, dass durch diese Mutation weiße Geparden mit blauen Flecken auftreten könnten. Zweifel sind erlaubt. Auch daran,dass derart viele Geparde dieses Gen in sich tragen sollen, dass ca. 25% aller Neugeborenen Königsgeparde sein müssten. Vielleicht sind aber auch die Zählungen dieser Tiere sehr ungenau (siehe auch: Fellfärbung des Geparden).

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