Seite zu groß?
 Der Gepard hat gemeint, diese Seite sei zu groß, um noch sinnvoll auf einem Endgerät dieser Größe dargestellt zu werden. Und nun?

Wahrnehmung der Katzen

Wenn man Großkatzen bewundert, dann bewundert man auch ihre einzigartigen Fähigkeiten ihre Umwelt wahrzunehmen. Oftmals lässt sich die Ausgeprägtheit der Sinnesorgane einer Großkatze gar nicht richtig in Worte fassen oder verständlich machen, da sie denen des Menschen derart überlegen sind, dass es für uns eigentlich keine Vergleichsmöglichkeiten gibt, die die Wahrnehmungsweise einer Katze erst begreiflich machen würden.

Die Augen

Wenn man einer Katze frontal begegnet, schaut man ihr mit Sicherheit zu erst in ihre schönen Augen. Und deshalb erzähle ich zunächst etwas über eben diese. Wie ich es bei der Anatomie schon erwähnt habe, ist alles an einer Katze perfekt auf die Lebensweise ausgerichtet und da macht auch das Sehvermögen keine Ausnahme. Verglichen zu anderen Säugetieren, haben Katzen recht große Augen, wobei es ihnen interessanter Weise nicht bzw. nur eingeschränkt möglich ist, Iris und Augapfel zu bewegen.

Soll heißen, die Katze muss den Kopf drehen, wenn sie in eine andere Richtung schauen möchte. Die Augen sind nach vorn gerichtet, sodass sich der Sichtradius auf recht geringe 200° - 220° reduziert. Zum Vergleich: Die meisten Beutetiere haben seitlich angeordnete Augen, wodurch sie mögliche Jäger aus nahezu allen Richtungen sehen können, da manche ein Blickwinkel von 300° bis 340° haben. So nachteilig sich die Augenstellung auf das Blickfeld auswirkt, so vorteilhaft ist sie beim Abschätzen von Entfernungen, denn durch die große Sehachsenüberschneidung beider Augen ergibt sich für die Katze ein ausgezeichnetes räumliches Sehvermögen, was gerade bei der Jagd hilfreich ist.

Die Sehkraft einer Katze ist bei Tage ähnlich der des Menschen, bei Nacht hingegen übersteigt sie die Menschliche um das sechsfache. Gründe dafür sind extrem sensible Rezeptoren, die auch den kleinsten Lichtreiz wahrnehmen können. Hinzu kommen Pupillen, die bei Nacht sehr weit geöffnet sind und somit ein Maximum an Licht ins Auge gelangt, während tagsüber die Pupillen sehr verengt, mal kreisförmig, mal spaltförmig sing - halt von Art zu Art verschieden. Zusätzlich befindet sich eine lichtreflektierende Zellschicht auf der Netzhaut des Auges (tapetum lucidum = lat. "leuchtende Tapete"), die das eintreffende Licht reflektiert und erneut auf die Sehzellen wirft - die Rezeptoren werden also zwei mal angesprochen! Dadurch erklärt sich auch das grüne Funkeln der Katzenaugen bei Dunkelheit.

Auge des Geparden
Auge des Geparden - © 2010-05-30 00:00:00 David Siu
 

Der Preis für diese außerordentliche Fähigkeit ist ein recht bescheidenes Farbensehen, denn Katzenaugen haben verhältnismäßig viele Stäbchen, also Sehzellen, die Hell und Dunkel wahrnehmen. Nun ist aber nicht mehr viel Platz für die farbenerkennenden Zapfen, was sich darin äßert, dass Katzen in vielen Grauabstufungen sehen und vermutlich nur "grün" und "blau" wahrnehmen können, "rot" hingegen nicht. Allerdings ist es besser zu wissen, wie weit ein Beutetier entfernt ist, als seine Fellfarbe zu kennen. An den Pupillenformen lassen sich auch Verhaltensmuster erkennen, denn sind die Pupillen stark verengt, kann es eben auch bedeuten, dass das Tier gerade aggressiv und kampfbereit ist. Sind sie weit geöffnet, spricht das eher für eine Abwehrhaltung oder zeigt die Angst des Tieres.

Die Ohren

Nun zu den Ohren. Katzen haben recht große, aufgerichtete Ohren, die unabhängig von einander bewegt werden können und einen relativ großen Bewegungsradius haben. Besonders hilfreich ist das einmal mehr bei der Jagd, da Geräusche sehr gut geortet werden. Überhaupt ist das Gehör einer Katze selbst dem eines Hundes überlegen, was sich vor allem darin äußert, dass Frequenzen bis über 60 kHz wahrgenommen werden können und ein breiterer Hörbereich abgedeckt wird, als das bei den meisten Säugetieren der Fall ist.

Ohr eines Leoparden
Ohr eines Leoparden - © 2012-11-04 15:31:54 Arno Meintjes
 

Die Ohrmuschel ist mit Ohrhaaren besetzt um das Eindringen von Fremdkörpern zu verhindern. Die Ohren werden auch zur Unterstützung für das mimische Ausdrucksverhalten verwendet, sodass angelegte Ohren eine aggressive und gereizte Stimmung signalisieren.

Die Nase

Die Nase soll natürlich nicht fehlen, wenngleich dem Geruchssinn nicht so viel Bedeutung beigemessen wird, ist er doch nicht so hoch entwickelt wie der Hundespürsinn. Dennoch ist er dem Menschlichen weit überlegen. Letztlich ist der Geruchssinn eher für das soziale Leben erforderlich, denn durch Gerüche werden Informationen weitergegeben, die Situationen auch ohne Worte verständlich machen. Durch das Kopf- und Flankenreiben werden Gerüche übertragen, die eine Zusammengehörigkeit deutlich machen. Gerüche sind im Kontext der Sexualität unverzichtbar, da Männchen anhand Urinmarkierungen an Bäumen und Ähnlichem den sexuellen Status des Weibchens feststellen können.

Nase eines Leoparden
Nase eines Leoparden - © 2009-01-10 15:21:16 Arno Meintjes
 

In dem Zusammenhang kommt es auch zum Flehmen als eine Reaktion auf bestimmte Geruchsstoffe (siehe auch: Sexualität unter Grosskatzen). Duftmoleküle gelangen durch die Nasenöffnung in die Nasenhöhle, die durch den Schädelknochen gebildet wird. So ist ein Teil der Nasenhöhle mit einem Riechepithel ausgekleidet, welches die Geruchsrezeptoren enthält. Durch sie werden die Gerüche verarbeitet und dem Gehirn zugänglich gemacht.

Die Zunge

Unweit der Nase befindet sich die Zunge, die ja bekanntlich für die Geschmackerkennung notwendig ist. Diese muss bei Katzen sehr schnell und präzise erfolgen, da Katzen ihre Nahrung nicht kauen und deshalb nicht viel Zeit für die Geschmacksidentifizierung bleibt. Die geschmackliche Prüfung wird nötig, weil so vermieden wird, dass Fleisch oder andere Dinge gefressen werden, die vielleicht gar nicht genießbar sind. Die Zunge der Katzen ist sehr rau, da diese mit Papillen besetzt ist. Und gerade die Zentralpapillen haben Dornen, die zum Körper gerichtet sind. Dadurch können sie Fleisch von Knochen abschaben, Haare aus dem Fell kämmen und es gleichzeitig glätten, wodurch es zusätzlich wasserabweisend wird.

Zunge eines Köwen
Zunge eines Köwen - © 2008-05-27 15:24:37 christopher charles
 

Die eigentliche Geschmackswahrnehmung erfolgt durch die vorderen Papillen, die in erster Linie Bitter von Salzig oder Sauer unterscheiden können. Notwendigerweise wird die Zunge zur Flüssigkeitsaufnahme verwendet. Entgegen bisheriger Annahmen, die Zunge würde hundeähnlich wie eine Schöpfkelle zum Trinken geformt und so zur Flüssigkeitsaufnahme verwendet, haben Bostoner Forscher bei näherem Hinsehen erkannt, dass Katzen mit der Zungenbewegung eine Wassersäule entstehen lassen, welche dann einfach mit dem Maul „abgebissen“ wird (siehe auch: Wie trinken Katzen?).

Die Tasthaare

Zu guter letzt kommen wir zum Tastsinn, der gerade im nächtlichen Leben einer Katze unverzichtbar ist. Grundsätzlich ist jeder Körperteil der Katze tastempfindlich - mal mehr, mal weniger stark. Die Tastreizübertragung kann entweder über Tast- und Fellhaare erfolgen oder durch Druckrezeptoren am Fußballen geschehen. Sprechen wir von Tasthaaren, sprechen wir von steifen Haaren, an deren Wurzel viele Nervenenden liegen, sodass diese Haare sehr empfindlich auf Berührungsreize sind. Diese, auch als Schnurrhaare bezeichneten, Haare findet man an Augen, Wangen und Maul.

Tasthaare eines Tigers
Tasthaare eines Tigers - © 2008-06-15 15:16:45 LMAP
 

Sie dienen als Breitenmesser für Durchtrittsöffnungen, als Warnung vor Hindernissen in völliger Dunkelheit. Dabei reagieren sie selbst auf leichte Luftströme! Druckreize können aber auch über die Pfoten empfangen werden. Die dort befindlichen Druchrezeptoren sind der Grund, warum die Pfoten zur Untersuchung von Objekten genutzt werden, denn Pfoten und Tasthaare am Maul und Auge zählen zu den empfindlichsten Tastzonen des Katzenkörpers. Gleichsam deuten die Schnurrhaare auf die aktuelle Stimmungslage des Tieres hin, denn gesträubte Tasthaare verheißen nichts Gutes.

Und genau diese Kombination aus all diesen hoch spezialisierten Wahrnehmungsfähigkeiten machen unsere Raubkatze zu einem unbezwingbaren Jäger.

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Ich freue mich immer über Leser, die durch nützliche und konstruktive Beiträge zum Thema eine Diskussion anstoßen oder den Artikel mit weiteren Informationen anreichern. Alle Kommentare werden in diesem Sinne moderiert und auch erst nach Prüfung freigeben. Vielen Dank!

Weitere Informationen

 

Verwandte Themen

Das könnte Dich interessieren:

Themenverwandte Artikel:

 
Nach oben bewegen
Nach unten bewegen
 
 

Copyright 2000-2017 - Kidogo Gepard

This page uses valid CSSExterner Verweis in a XHTML 1.0 StrictExterner Verweis document type.
Page generation time: 0.1117 Seconds (32 Queries)

 
 

Die Datenbank wird durchsucht...

Die Datenbank wird durchsucht...