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 Der Gepard hat gemeint, diese Seite sei zu groß, um noch sinnvoll auf einem Endgerät dieser Größe dargestellt zu werden. Und nun?

Der Gepard - Schnellster Rennfleck der Welt

 

An dieser Stelle gibt es Grundlegendes, sowie Artspezifisches zum Geparden zu erfahren. Es sei darauf hingewiesen, dass man die weiterführenden Links am Seitenende, gegebenenfalls am Ende des Absatzes beachte, sodenn es nach umfassenderen Erklärungen zu den im folgenden Text angeschnittenen Thematiken gelüstet, die ich im Sinne der Übersichtlichkeit auf separate Seiten verlegt habe.

Lebensraum des Geparden

Geparden findet man derzeit nur noch in den Savannengebieten südlich der Sahara und östlich der Regenwälder Zentralafrikas. Zwar gibt es kleine Populationen im asiatischen Raum (Iran, Türkei und Indien), stellenweise glaubt man diese aber bereits ausgestorben, sodass Namibia mit seinen ca. 2500 Tieren schon beinahe 80% der Gesamtheit aller freilebenden Geparden stellt. Geparde sind demnach akut vom Aussterben bedroht (siehe auch: Lebensräume).

Einordnung des Geparden in das zoologische System

Geparde werden vereinfacht folgendermaßen in das zoologische System eingeordnet (siehe auch: Taxonomie):

  • Ordnung: Carnivora (Raubtiere)
  • Familie: Felidae (Katzen und Katzenartige)
  • Unter-Familie: Acinonychinae (Geparden)
  • Gattung: Acinonyx
  • Art: Acinonyx jubatus

Fellzeichnung des Geparden

Fellzeichnung des Geparden Fellzeichnung des Geparden
Geparde haben je nach Lebensraum eine mal hellere, mal...

Geparde haben je nach Lebensraum eine mal hellere, mal dunklere gelb-goldene Fellfärbung, mit der ihnen typischen, schwarzen Fleckenfellzeichnung, wobei die Körperunterseite (vom Kinn bis zum Bauch und an den Beininnenseiten) auffallend hell bis weiß gefärbt ist. Ebenso typisch sind die gepardigen "Tränenstreifen" im Gesicht des Tieres, welche sich von den Augen, an der Nase entlang bis zu den Mundwinkeln erstrecken und dem Geparden den unverwechselbaren Ausdruck gibt (siehe auch: Fellfärbungen der Katzen).

Auch Geparden verbleiben Im Kontext der Fellzeichnung nicht ohne Ausnahme. So kann man seltener Weise Tiere mit einer außergewöhnlich dichten und großfleckigen, bisweilen streifenförmigen Fellzeichnung beobachten - die Rede ist von Königsgeparden. Die Elterntiere müssen dabei nicht zwangsläufig Königsgeparde sein und so können in einem Wurf beiderlei Fellzeichnungen auftreten. Kreuzungen mit Königsgeparden und normal gefärbten Tieren ergeben jedoch fertilen Nachwuchs (siehe auch: Abweichende Fellfärbungen).

Anatomie des Geparden

Völlig aus dem Zusammenhang heraus sei erwähnt, dass Geparden bei einer schwankenden Körperlänge von 1m - 1,5m ein Gewicht von ca. 45 kg - 55 kg erreichen können, wobei Weibchen durchschnittlich 50% leichter sind und folglich um die 30 kg - 40 kg schwer sind. Die Körperhöhe beläuft sich auf 60cm - 80cm, die Schwanzlänge auf ca. 75 cm - 95cm. Nun erscheinen die Daten in ihrer Abstraktheit nur wenig nutzvoll, jedoch sollen sie der Vollständigkeit halber Erwähnung finden (siehe auch: Größenverhältnisse).

Gepard im Sprint
Gepard im Sprint - © 2010-08-18 12:48:59 Hein waschefort
Wie alle Katzen, bewegen sich Geparden digitigrad fort, bewegen sich also nur auf ihren Zehen durch die Wildnis.
 

Wie alle Katzen, bewegen sich Geparden digitigrad fort, bewegen sich also nur auf ihren Zehen durch die Wildnis. Dabei ist zu beobachten, dass die Hinterpranken des Geparden nur mehr vier Zehen besitzen, da hier die "große" Zehe verkümmert ist. An den Vorderpranken ist der erste Strahl jedoch noch rudimentär an der Prankenhinterseite vorhanden. An allen Zehen des Geparden befinden sich gebogene Hornkrallen, die aufgrund der weit zurückgebildeten Hornscheiden niemals ganz "eingezogen" erscheinen können. Diese in Verbindung mit den rauen Fußballen ermöglichen dem Geparden ein Maximum an Grip während seiner Jagden - dem schnellsten Landsäugetier der Erde (siehe auch: Anatomie).

Die Wahrnehmung des Geparden

Geparden haben die Fähigkeit, ihre Umwelt auf einem Level wahrzunehmen, der sich für einen Menschen nicht mehr so recht vorstellbar macht, aufgrund der außerordentlichen Ausprägung der felinen Sinnesorgane. So übertrifft das Gehör selbst das eines Hundes, wobei die sehr beweglichen Ohren Frequenzen bis 60kHz wahrnehmen können und Bedeutung für das Orientierungshören und die Kommunikation mittels mimischer Ausdrucksbewegungen haben.

Auge des Geparden Auge des Geparden

Die Sehkraft der Geparden ist in etwa vergleichbar mit der des Menschen, wobei der Katzen Nachtsehfähigkeit um das sechsfache besser ist. Möglich wird dies durch eine lichtreflektierende Schicht auf der Netzhaut des Auges, welche das auftreffende Licht zurückwirft und die Sehzellen im Auge ein weiteres mal anregt. Somit werden diese zweimal angesprochen und das wenige Licht effizienter genutzt, wodurch auch die leuchtenden Katzenaugen bei Nacht erklärt wären. Ähnlich des Menschen sind auch Katzenaugen nach vorn gerichtet und weisen eine große Sehachsenüberschneidung auf, was auf ausgezeichnete 3-dimensionale Sehfähigkeiten schließen lässt.

Ein Augenmerk sollte auch auf den Geruchssinn fallen, denn in seiner Ausprägung ermöglicht er es dem Tier, sich vollständig geruchsmäßig zu orientieren und im Zusammenspiel mit den Tasthaaren unter Nase und Augen, welche kleinste Berührungsreize (selbst feine Luftströmungen) wahrnehmen können, gelingt es den Katzen auch bei völliger Dunkelheit die Orientierung zu behalten. Aber Liebe Kinder, bitte versucht dies nicht zu Haus! (siehe auch: Wahrnehmung der Katzen)

Sozialverhalten des Geparden

Katzentypisch sind Geparden im Grundsätzlichen Einzelgänger, mit Ausnahme bei der Jungenaufzucht und der Paarung. Es kommt jedoch vor, dass sich Männchen zu kleinen Gruppen bis zu vier Tieren zusammenschließen, sogar Gruppen bis zu zehn Tieren oder gar familienähnliche Zusammenschlüsse wurden beobachtet. Dies bringt Vorteile bei der Jagd, beim Verteidigen von geschlagener Beute und dem Territorium. Wie alle Katzen, markieren Geparde ihre Reviergrenzen mit Urin und Kratzspuren in Bäumen.

Einzelgänger oder nicht, so finden sich Tiere beider Geschlechts im Moment der Paarungsbereitschaft zusammen. In dieser Zeit wird das Männchen in der Nähe des Weibchens geduldet. Um die Paarungsbereitschaft der Weibchen festzustellen, öffnen die Gepardenmännchen leicht das Maul, ziehen die Oberlippe zurück und können mittels des Jacobson'schen Organs am oberen Gaumen den Status des Weibchens wahrnehmen. Diese, oft als "Grimassenschneiden" bezeichnete, Reaktion auf bestimmte Gerüche (im diesem Kontext - Urinmarkierungen des Weibchens), bezeichnet man als "Flehmen". In dieser Zeit verlangt es vom Gepardenmann ein großes Maß an Beharrlichkeit, denn trotz allen Flehmens bestimmt allein die Gepardin den Zeitpunkt der Kopula, welchen sie dem Männchen durch lordosisches Hinterteil entgegenrecken deutlich wissen lässt, ebenso deutlich wie sie ihm sagen wird, wenn es noch nicht so weit ist. Ab dem Moment, da die Gepardin die Paarung zulässt, kopulieren Geparden von nun an ca. alle 15 Minuten, ca. 40 - 50 mal am Tag, bis zu fünf Tage und Nächte hinweg. Die Anzahl und die hohe Frequenz der Paarungen sollen die Ovulation provozieren, die sich bei Katzen nicht spontan einstellt (siehe auch: Sexualität unter Großkatzen).

Geparden bei der Paarung
 

Nach einer Tragdauer von ca. 100 Tagen bringt die Gepardin ein bis drei Junge zur Welt, welche drei Monate lang gesäugt werden. Mit ca. zehn Wochen verlieren die Jungen ihre silber-graue Rückenmähne. Über die gesamte Dauer der Jungenaufzucht hinweg ist die Mutter bemüht, dem Nachwuchs die sehr speziellen Jagdtechniken beizubringen, da kaum ein Raubtier so sehr auf sein Jagdgeschick und dem Jagderfolg angewiesen ist, wie die Geparde, wodurch die Jungen vergleichsweise lange bei der Mutter bleiben. Mit ca. 2,5 Jahren werden die Jungen geschlechtsreif.

Beuteerwerb des Geparden

Im Moment einer Gepardenjagd verstummen dann auch all jene, die dem Geparden hundeähnliche Merkmale andichten, da dieser rasante Augenblick von Ästhetik und natürlicher Vollkommenheit geprägt ist, die zu keiner Zeit den Vergleich zu einem Hund zulässt. Jede Bewegung ist eine Lehrstunde für jeden Ingenieur, jede Bewegung der Beweis der menschlichen, physischen Unperfektheit.

Der Gepard ist ein Hetzjäger - letztendlich ist sein kompletter Körperbau darauf ausgelegt, extrem schnell zu laufen, wodurch ein Gepard nicht übermäßig viel Wert auf unentdecktes Heranschleichen legt. Zwar schleicht sich der Gepard bis auf 50m an seine Beute heran, nur mutet dies oftmals halbherzig an. Ist aber ein Beutetier in möglicher Reichweite, explodiert der Gepard förmlich und startet die Jagd mit einer unglaublichen Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in ca. drei bis vier Sekunden, in kürzester Zeit erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit von ca. 115 km/h. Diese Geschwindigkeiten werden durch eine extrem flexible Wirbelsäule möglich, die dem Geparden erlaubt, riesige Schritte zu machen (10m - Schritte sind keine Seltenheit). Dabei kann der Gepard durch ein sehr flexibles Hüftgelenk sehr schnelle Richtungsänderungen vollführen, sein langer, am Ende abgeflachter Schwanz hilft, Balance zu halten. Allerdings erscheint die Beschreibung eines Jagdvorganges recht aussichtslos, da man es wohl erst dann versteht, wenn man es gesehen hat (siehe auch: Wie schnell ist ein Gepard).

Gepard bei der Jagd
Gepard bei der Jagd - © 2013-05-26 15:07:20 photosbyflick
 

Ist der Gepard nahe genug an der Beute, schlägt er ihr mit der Pranke die Hinterbeine weg, danach wird sofort der Kehlbiss angesetzt, trotz der relativ kleinen Eckzähne des Geparden. Aber für seine Jagdperfektion zahlt der Gepard einen hohen Preis - so schnell der Gepard ist, um so weniger muskulös ist er, was es ihm nicht möglich macht, seine Beute vor anderen Raubtieren zu schützen, erst recht dann nicht, wenn der Gepard auf seine Endgeschwindigkeit angewiesen ist und keinerlei Verletzungen kompensieren kann. Entsprechend oft verliert der Gepard seine Mahlzeit an andere. Das zweite Problem ist, dass der Gepard keinerlei Fettreserven besitzt und recht oft fressen muss. Sollte der Gepard aber seine Beute an andere verlieren, muss er erneut jagen. Zwar ist der Gepard mit einem statistischen Jagderfolg von 70% der erfolgreichste Einzeljäger, nur verbraucht er bei seiner rasanten Hetzjagd derart viel Energie, dass schon nach 4 missglückten Jagdversuchen der Hungertod eintreten kann, hinzu kommt, dass Geparden ihre Maximalgeschwindigkeit nur wenige hundert Meter beibehalten können, da während der Jagd die Körpertemperatur auf über 41°C ansteigt - ein sehr gefährlicher Umstand für den Geparden, da er schnell einem Hitzschlag erlegen kann und das, obwohl der Gepard riesige Lungen und Nasenöffnungen hat, um für ausreichend Sauerstoff zu sorgen.

Nach der Jagd ist der Gepard so erschöpft, dass er für 30 Minuten nicht fressen kann, was den Geparden wehrlos gegenüber anderen Raubtieren macht und sich somit alle Vorteile bei der Jagd im Nachhinein als Nachteil präsentieren. Aber das macht ihn so besonders.

Abschließende Bemerkungen zum Geparden

Zeit für nicht einordenbare Randbemerkungen: Es sollte sich herausstellen, dass vor ca. 10.000 Jahren der gesamte Gepardenbestand durch eine Seuche auf einige hundert Exemplare reduziert wurde und mancher sogar von nur einem Weibchen ausgeht, welches die Epidemie überstanden haben soll. An diesem Punkt ist es doch recht spekulativ. Fakt ist aber, dass alle heute lebenden Geparden ein auffallend genetische Ähnlichkeit haben, was das Inzucht bedingte Problem mit sich bringt, dass die Spermienanzahl der Männchen 90% kleiner als die anderer Katzen ist, wovon wiederum 75% Abnormitäten aufweisen. Früher richtete man Geparden zu Jagdzwecken ab, was ihm den Beinamen "Jagdleopard" einbrachte.

2 Kommentare zu diesem Artikel:

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  •  tzzutMittwoch, 28. Mai 2014

    cool
     

    Antworten
     
  •  SophieFreitag, 21. März 2014

    Ich finde diese Web echt super. ich muss einen Vortrag über Geparde schreiben , da bin ich zum Glück auf diese Web gestossen.

    Antworten
     

Weitere Informationen

Informationen zum Artikel

Kurzinfos:

  • Größe:75 - 90 cm
  • Gewicht:35 - 60kg
  • Geschwindigkeit:90 - 115 km/h
  • Körperlänge:1,0m - 1,5m
  • Schwanzlänge:lang
  • Tragzeit:ca. 100 Tage
  • Wurfgröße:1 - 3 Junge
  • Lebenserwartung:10 - 12 Jahre
  • Ordnung:Carnivora
  • Familie:Felidae
  • Unter-Familie:Acinonychinae
  • Gattung:Acinonyx
  • Art:Acinonyx jubatus
  • Unterarten:
    Acinonyx jubatus venaticus
    Acinonyx jubatus hecki
    Acinonyx jubatus raineyii
    Acinonyx jubatus jubatus
    Acinonyx jubatus soemmeringii
    Acinonyx jubatus velox
    Acinonyx jubatus fearsoni
  • Population:12.400
  • IUCN Red List:Externer Verweis
  • CITES:IExterner Verweis
 

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