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Der Jaguar - Der im Fliegen jagt

 

An dieser Stelle gibt es Grundlegendes, sowie Artspezifisches zum Jaguar zu erfahren. Es sei darauf hingewiesen, dass man die weiterführenden Links am Seitenende, gegebenenfalls am Ende des Absatzes beachte, sodenn es nach umfassenderen Erklärungen zu den im folgenden Text angeschnittenen Thematiken gelüstet, die ich im Sinne der Übersichtlichkeit auf separate Seiten verlegt habe.

Lebensraum des Jaguars

Jaguare sind in ganz Mittel- und Südamerika beheimatet, wo er die verschiedensten Lebensräume für sich beansprucht. So ist er im Amazonas-Regenwald ebenso zu Haus wie im Buschland bis hin zu den Küstenwäldern, im Einzelfall sogar in offener Landschaft. Um falsche Vermutungen noch im Vorfeld zu korrigieren sei gesagt, dass auch Jaguare als "bedroht" eingestuft werden und dass die weite Verbreitung kein Indikator für eine große Population darstellt, vielmehr ist es ein Zeichen außerordentlicher Flexibilität (siehe auch: Lebensräume).

Einordnung des Jaguars in das zoologische System

Jaguare werden vereinfacht folgendermaßen in das zoologische System eingeordnet (siehe auch: Taxonomie):

  • Ordnung: Carnivora (Raubtiere)
  • Familie: Felidae (Katzen und Katzenartige)
  • Unter-Familie: Pantherinae (Großkatzen)
  • Gattung: Panthera
  • Art: Panthera onca

Fellzeichnung des Jaguars

Fellzeichnung des Jaguars Fellzeichnung des Jaguars

Jaguare haben kurze, dichte Fellhaare, die in Farbvariationen von gelb-gold bis zu gold-braun auftreten - zu sehen auch in Abhängigkeit zum Lebensraum. Jaguartypisch besitzt das Fell eine Rosettenfellzeichnung, wobei diese größer als die des Leoparden sind und in ihrem inneren dunkler gefärbt sind. Die Körperunterseite (vom Kinn bis zum Bauch und an den Beininnenseiten) ist auffallend hell bis weiß gefärbt (siehe auch: Fellfärbungen der Katzen).

Auch Jaguare verbleiben Im Kontext der Fellzeichnung nicht ohne Ausnahme. So kann man seltener Weise Tiere mit einer komplett schwarzen Fellfärbung beobachten (verstärkt in dichten Waldregionen) - die Rede ist von Panthern. Die Elterntiere müssen dabei nicht zwangsläufig Panther sein und so können in einem Wurf beiderlei Fellzeichnungen auftreten. Entgegen anderslautender Behauptungen stellen Jaguar-Panther keine eigene Unterart dar, da deren Auftreten lediglich eine Genmutation zu Grunde liegt. Schaut man jedoch näher hin, müsste man sehen, dass die normale Fleckenzeichnung noch ein wenig durch das Schwarz schimmert (siehe auch: Abweichende Fellfärbungen).

Anatomie des Jaguars

Völlig aus dem Zusammenhang heraus sei erwähnt, dass Jaguare bei einer schwankenden Körperlänge von 1m - 1,9m ein Gewicht von ca. 55 kg - 100 kg erreichen können, wobei Weibchen durchschnittlich 20% leichter sind und folglich um die 45 kg - 90 kg schwer sind. Die Körperhöhe beläuft sich auf 65cm - 75cm, die Schwanzlänge auf ca. 45 cm - 75cm. Nun erscheinen die Daten in ihrer Abstraktheit nur wenig nutzvoll, jedoch sollen sie der Vollständigkeit halber Erwähnung finden (siehe auch: Größenverhältnisse).

Spielende Jaguare
Spielende Jaguare - © 2006-03-11 17:47:46 A.Davey
 

Wie alle Katzen, bewegen sich Jaguare digitigrad fort, bewegen sich also nur auf ihren gepolsterten Zehen durch die Wildnis. Dabei ist zu beobachten, dass die Hinterpranken des Jaguars nur mehr vier Zehen besitzen, da hier die "große" Zehe verkümmert ist. An den Vorderpranken ist der erste Strahl jedoch noch rudimentär an der Prankenhinterseite vorhanden. An allen Zehen des Jaguars befinden sich gebogene Hornkrallen, die bei Nichtgebrauch in den Hornscheiden verbleiben und durch ein elastisches Band am Fußinneren am Heraustreten gehindert werden. Durch Anspannen der entsprechenden Muskeln können die Krallen herausgestreckt werden, sodass man im Kontext der Krallen eher von "willkürlich herausstreckbaren Krallen" (Zitat: Horst/Wally Hagen - Der Leopard) sprechen müsste, denn von Einziehbaren (siehe auch: Anatomie).

Die Wahrnehmung des Jaguars

Jaguare haben die Fähigkeit, ihre Umwelt auf einem Level wahrzunehmen, der sich für einen Menschen nicht mehr so recht vorstellbar macht, aufgrund der außerordentlichen Ausprägung der felinen Sinnesorgane. So übertrifft das Gehör selbst das eines Hundes, wobei die sehr beweglichen Ohren Frequenzen bis 60kHz wahrnehmen können und Bedeutung für das Orientierungshören und die Kommunikation mittels mimischer Ausdrucksbewegungen haben.

Auge eines Jaguars Auge eines Jaguars

Die Sehkraft der Jaguare ist in etwa vergleichbar mit der des Menschen, wobei der Katzen Nachtsehfähigkeit um das sechsfache besser ist. Möglich wird dies durch eine lichtreflektierende Schicht auf der Netzhaut des Auges, welche das auftreffende Licht zurückwirft und die Sehzellen im Auge ein weiteres mal anregt. Somit werden diese zweimal angesprochen und das wenige Licht effizienter genutzt, wodurch auch die leuchtenden Katzenaugen bei Nacht erklärt wären. Ähnlich des Menschen sind auch Katzenaugen nach vorn gerichtet und weisen eine große Sehachsenüberschneidung auf, was auf ausgezeichnete 3-dimensionale Sehfähigkeiten schließen lässt.

Ein Augenmerk sollte auch auf den Geruchssinn fallen, denn in seiner Ausprägung ermöglicht er es dem Tier, sich vollständig geruchsmäßig zu orientieren und im Zusammenspiel mit den Tasthaaren unter Nase und Augen, welche kleinste Berührungsreize (selbst feine Luftströmungen) wahrnehmen können, gelingt es den Katzen auch bei völliger Dunkelheit die Orientierung zu behalten. Aber Liebe Kinder, bitte versucht dies nicht zu Haus! (siehe auch: Wahrnehmung der Katzen)

Sozialverhalten des Jaguars

Katzentypisch sind Jaguare, mit Ausnahme bei der Jungenaufzucht und der Paarung, im Grundsätzlichen Einzelgänger, und setzen alles daran, den Kontakt mit Artgleichen zu vermeiden, indem sie auffällige Orte mit Harn bespritzen und Kratzspuren in Bäumen oder Ähnlichem hinterlassen. Kommt es dennoch zu einem Aufeinandertreffen zweier Individuen, kommt es zu Beginn zu Drohgebärden und Drohmimiken. Sollte es an der Stelle nicht ausreichen, dass einer der Kontrahenten die Flucht ergreift, kommt es zu seltenen, aber meist tödlichen Auseinandersetzungen.

Jaguare bei der Paarung
 

Einzelgänger oder nicht, so finden sich Tiere beider Geschlechts im Moment der Paarungsbereitschaft zusammen. In dieser Zeit wird das Männchen in der Nähe des Weibchens geduldet. Um die Paarungsbereitschaft der Weibchen festzustellen, öffnen die Jaguarmännchen leicht das Maul, ziehen die Oberlippe zurück und können mittels des Jacobson'schen Organs am oberen Gaumen den Status des Weibchens wahrnehmen. Diese, oft als "Grimassenschneiden" bezeichnete, Reaktion auf bestimmte Gerüche (im diesem Kontext - Urinmarkierungen des Weibchens), bezeichnet man als "Flehmen". In dieser Zeit verlangt es vom Jaguarmann ein großes Maß an Beharrlichkeit, denn trotz allen Flehmens bestimmt allein die Jaguarin den Zeitpunkt der Kopula, welchen sie dem Männchen durch lordosisches Hinterteil entgegenrecken deutlich wissen lässt, ebenso deutlich wie sie ihm sagen wird, wenn es noch nicht so weit ist. Ab dem Moment, da die Jaguarin die Paarung zulässt, kopulieren diese von nun an ca. alle 15 Minuten, ca. 40 - 50 mal am Tag, bis zu 5 Tage und Nächte hinweg. Die Anzahl und die hohe Frequenz der Paarungen sollen die Ovulation provozieren, die sich bei Katzen nicht spontan einstellt. (siehe auch: Sexualität unter Großkatzen).

Im Falle des Eintretens einer Trächtigkeit bringt die Jaguarin nach einer Tragdauer von ca. 100 Tagen ein bis vier Junge zur Welt, welche ca. zwei Monate lang gesäugt werden. Mit ca. sechs Monaten schon beginnen die Jungen selbsttätig zu jagen. Nach ca. zwei Jahren werden die Jungtiere die Mutter verlassen, die dann erneut in den Östrus kommt, während ihr Nachwuchs mit ca. drei bis vier Jahren selbst paarungsbereit wird.

Beuteerwerb des Jaguars

Über die Jagdgewohnheiten des Jaguars ist leider nicht so viel bekannt, da er zum einen recht selten geworden ist und zum anderen exzellent getarnt ist und es fast unmöglich scheint, ihn im Dickicht des Dschungels auszumachen. Nichts desto trotz hat der Jaguar keine natürlichen Feinde, wenn wir mal vom Menschen absehen und deshalb jagt der Jaguar so ziemlich alles, was in seinem Revier anzutreffen ist, sodass er nicht einmal vor Anacondas halt macht. Bemerkenswert ist aber, das Jaguare ausgezeichnet Fische fangen können, indem sie mit ihren Pranken den Fisch aus dem Wasser schlagen.

Jaguar bei der Jagd
Jaguar bei der Jagd - © 2008-09-19 17:43:56 Kimberly Brown-Azzarello
 

Deshalb lassen sich (wenn überhaupt) fischfressende Jaguare relativ häufig filmen, zumal eine Jagd auf einen Fisch recht energiesparend ist. Je nach Verfügbarkeit von Beutetieren haben Jaguare ein Territorium der Größe von 30km2 bis 500km2. Es ist auch bekannt, dass der Jaguar ein ausgesprochen starkes Gebiss haben und so wurde beobachtet, dass Jaguare ihre Beute oftmals töten, indem sie ihnen den Schädelknochen aufbrechen. Nein, viel an verwertbaren Informationen ist das in der Tat nicht.

Abschließende Bemerkungen zum Jaguar

An dieser Stelle wird es Zeit für nicht einordenbare Randbemerkungen, denn es sei bemerkt, dass Jaguare gerne schwimmen, im Wasser jagt, sich bisweilen sogar im Wasser paart. Ursprünglich kommt der Name "Jaguar" von den Eingeborenen Süd-Amerikas diese nennen ihn respektvoll "Jag War", was soviel bedeuten soll, wie: "Der im Fliegen jagt" - sehr treffend

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Weitere Informationen

Informationen zum Artikel

Kurzinfos:

  • Größe:65cm - 75cm
  • Gewicht:45kg - 150kg
  • Körperlänge:1m - 1,9m
  • Schwanzlänge:45 cm - 75cm
  • Tragzeit:ca. 100 Tage
  • Wurfgröße:1 - 4 Junge
  • Lebenserwartung:10 bis 12 Jahre
  • Ordnung:Carnivora
  • Familie:Felidae
  • Unter-Familie:Pantherinae
  • Gattung:Panthera
  • Art:Panthera onca
  • Unterarten:
    Panthera onca onca
    Panthera onca arizonensis
    Panthera onca centralis
    Panthera onca goldmani
    Panthera onca hernadesi
    Panthera onca palustris
    Panthera onca paraguensis
    Panthera onca peruviana
    Panthera onca veraecrusis
  • Population:ca. 15.000 - 25.000
  • IUCN Red List:Externer Verweis
  • CITES:IExterner Verweis
 

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