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Der Löwe - Der mit der Mähne

 

An dieser Stelle gibt es Grundlegendes, sowie Artspezifisches zum Löwen zu erfahren. Es sei darauf hingewiesen, dass man die weiterführenden Links am Seitenende, gegebenenfalls am Ende des Absatzes beachte, sodenn es nach umfassenderen Erklärungen zu den im folgenden Text angeschnittenen Thematiken gelüstet, die ich im Sinne der Übersichtlichkeit auf separate Seiten verlegt habe.

Lebensraum des Löwen

Einst verbreitet in weiten Teilen Asiens und in nahezu allen Teilen Afrikas, bis weit hinein selbst in die Wüstengebiete, findet man Löwen heute lediglich in den Savannengebieten und Wäldern südlich der Sahara, vereinzelt auch im indischen Gir-Forrest als letzte der auf ca. 200 Tiere geschätzten Vertreter der Unterart des Asiatischen Löwen - Panthera leo persica (siehe auch: Lebensräume).

Einordnung des Löwen in das zoologische System

Löwen werden vereinfacht folgendermaßen in das zoologische System eingeordnet (siehe auch: Taxonomie):

  • Ordnung: Carnivora (Raubtiere)
  • Familie: Felidae (Katzen und Katzenartige)
  • Unter-Familie: Pantherinae (Großkatzen)
  • Gattung: Pnthera
  • Art: Panthera leo

Fellzeichnung des Löwen

Fellzeichnung des Löwen Fellzeichnung des Löwen

Löwen haben kurze Fellhaare, die je nach Lebensraum gelb-golden bis hin zu dunkelbraun gefärbt sein können und nahezu keine Anzeichen einer Fellzeichnung zeigen. Bei Löwenjungen ist aber zu beobachten, dass sie dunkle Fellflecken aufweisen, welche in den frühen Monaten eine bessere Tarnung ermöglichen sollen, jedoch schon nach kurzer Zeit verschwinden (siehe auch: Fellfärbungen der Katzen). Die Ausnahme bilden hier die leuzistische Löwen, die eine - durch genetische Mutation hervorgerufen - gänzlich weiße Fellfärbung zeigen (siehe auch: Abweichende Fellfärbungen).

Als einzige Katzenart haben Löwen dunkle Quasten an ihrer Schwanzspitze, unter der sich ein zurückgebildeter Wirbel des Schwanzes verbirgt, über dessen Funktion (so es sie denn gibt) sich Biologen jedoch nicht einig zu sein scheinen. Eine weitere Besonderheit der Löwen stellt seine Mähne dar, die ihm sein majestätisch, aristokratisches Aussehen verleiht. Allerdings tragen nur männliche Löwen solch eine Mähne, die in Farb-Variationen von gold-gelb bis schwarz auftreten kann. Das Wachstum der Mähne beginnt mit dem Einsetzen der Pubertät, sodass eine Mähne erst mit fünf bis sieben Jahren voll ausgebildet ist.

Die Annahme, dass die Mähne hauptsächlich dem Schutz des Nackens der männlichen Tiere während des Kampfes mit anderen Löwen dient, vertrete ich nicht, da solch eine Mähne den ohnehin schon massiven Löwen noch ein wenig ungewandter macht und gerade in den heißen Regionen Afrikas eher zum Problem wird, als dass sie Rechtfertigung finden würde im alleinigen Nutzen im Löwen-Kampfe. Bleibt uns der Nutzen einer solchen Mähne noch im Verborgenen, so scheint durch die Experimente von West und Packer zumindest begründet, dass die Farbe, Länge und Fülle einer Mähne im Kontext der Wahl der Geschlechtspartner durch die Weibchen durchaus bedeutungsvoll ist. Es sollte sich herausstellen, dass Mähnenlöwen mit einer dunklen Haarpracht bevorzugt zur Paarung animiert wurden und auch erhöhte Vorsicht anderer Löwenmännchen provozierten (siehe auch: Des Löwen Mähne und ihre Bedeutung).

An dieser Stelle sei vergleichend hinzugefügt, dass Asiatische Löwen eine auffallend spärlichere Mähne als ihre afrikanischen Kollegen haben (siehe auch: Indischer Löwe).

Anatomie des Löwen

Löwen können bei einer schwankenden Körperlänge von 2m - 3m ein Gewicht von ca. 180 kg - 250 kg erreichen, wobei Weibchen durchschnittlich 40% leichter sind und folglich um die 150 kg - 170 kg schwer sind. Die Körperhöhe beläuft sich auf 90cm - 110cm, die Schwanzlänge auf ca. 95 cm - 105cm. Nun erscheinen die Daten in ihrer Abstraktheit nur wenig nutzvoll, jedoch sollen sie der Vollständigkeit halber Erwähnung finden (siehe auch: Größenverhaltnisse).

Schlafender Löwe
Schlafender Löwe - © 2010-03-06 14:36:28 Malcolm Cerfonteyn
 

Wie alle Katzen, bewegen sich Löwen digitigrad fort, bewegen sich also nur auf ihren gepolsterten Zehen durch die Wildnis. Dabei ist zu beobachten, dass die Hinterpranken des Löwen nur mehr vier Zehen besitzen, da hier die "große" Zehe verkümmert ist. An den Vorderpranken ist der erste Strahl jedoch noch rudimentär an der Prankenhinterseite vorhanden. An allen Zehen des Löwen befinden sich gebogene Hornkrallen, die bei Nichtgebrauch in den Hornscheiden verbleiben und durch ein elastisches Band am Fußinneren am Heraustreten gehindert werden. Durch Anspannen der entsprechenden Muskeln können die Krallen herausgestreckt werden, sodass man im Kontext der Krallen eher von "willkürlich herausstreckbaren Krallen" (Zitat: Horst/Wally Hagen - Der Leopard) sprechen müsste, denn von Einziehbaren (siehe auch: Anatomie).

Die Wahrnehmung des Löwen

Löwen haben die Fähigkeit, ihre Umwelt auf einem Level wahrzunehmen, der sich für einen Menschen nicht mehr so recht vorstellbar macht, aufgrund der außerordentlichen Ausprägung der Sinnesorgane. So übertrifft das Gehör selbst das eines Hundes, wobei die sehr beweglichen Ohren Frequenzen bis 60kHz wahrnehmen können und Bedeutung für das Orientierungshören und die Kommunikation mittels mimischer Ausdrucksbewegungen haben.

Auge des Löwen Auge des Löwen

Die Sehkraft der Löwen ist in etwa vergleichbar mit der des Menschen, wobei der Katzen Nachtsehfähigkeit um das sechsfache besser ist. Möglich wird dies durch eine lichtreflektierende Schicht auf der Netzhaut des Auges, welche das auftreffende Licht zurückwirft und die Sehzellen im Auge ein weiteres mal anregt. Somit werden diese zweimal angesprochen und das wenige Licht effizienter genutzt, wodurch auch die leuchtenden Katzenaugen bei Nacht erklärt wären. Ähnlich des Menschen sind auch Katzenaugen nach vorn gerichtet und weisen eine große Sehachsenüberschneidung auf, was auf ausgezeichnete 3-dimensionale Sehfähigkeiten schließen lässt.

Ein Augenmerk sollte auch auf den Geruchssinn fallen, denn in seiner Ausprägung ermöglicht er es dem Tier, sich vollständig geruchsmäßig zu orientieren und im Zusammenspiel mit den Tasthaaren unter Nase und Augen, welche kleinste Berührungsreize (selbst feine Luftströmungen) wahrnehmen können, gelingt es den Katzen auch bei völliger Dunkelheit die Orientierung zu behalten. Aber Liebe Kinder, bitte versucht dies nicht zu Haus! (siehe auch: Wahrnehmung der Katzen)

Sozialverhalten des Löwen

Katzenatypisch, nimmt der Löwe eine Sonderstellung im Sozialverhalten ein, denn entgegen der gewohnten, einzelgängerischen Lebensweise, leben Löwen in Rudeln, die sich zumeist aus einem bis drei Männchen, deren bis zu 15 untereinander verwandten Weibchen und dem Nachwuchs unterschiedlichen Alters zusammensetzen. In Abhängigkeit von potentiellen Beutetieren, erstreckt sich der territoriale Anspruch eines Löwenrudels über 20 km2 - 400 km2. Die "Regentschaft" der Leitlöwen beschränkt sich durchschnittlich auf nur zwei bis drei Jahre, da sie schon bald von jüngeren, kräftigeren Männchen vertrieben werden. Derlei Außeinandersetzungen enden nicht selten tödlich für den Unterlegenen, wenn dieser nicht den rechten Punkt zur Flucht erkennt. Unmittelbar nachdem sich ein neuer Hierarch gefunden hat, beginnt dieser sämtliche Jungtiere des Vorgängers zu töten (Infantizid), sobald er sie findet.

Dies mag im ersten Moment für Unverständnis sorgen und übertrieben brutal anmuten, jedoch sollte man sich zum einen mit Beurteilung des Verhaltens nach menschlichen Vorstellungen zurückhalten, zum anderen ist so die natürliche Selektion gewährleistet, da der Tod der Jungen zur Folge hat, dass die Löwenmütter in kurzer Zeit erneut in den Östrus kommen, sodass es den neuen Leitlöwen nun ihrerseits möglich wird, die eigenen Gene weiterzugeben.

Um die Paarungsbereitschaft der Weibchen festzustellen, öffnen die Löwenmännchen leicht das Maul, ziehen die Oberlippe zurück und können mittels des Jacobson'schen Organs am oberen Gaumen den Status des Weibchens wahrnehmen. Diese, oft als "Grimassenschneiden" bezeichnete, Reaktion auf bestimmte Gerüche (im diesem Kontext - Urin), bezeichnet man als "Flehmen". In dieser Zeit verlangt es vom Löwenmann ein großes Maß an Beharrlichkeit, denn trotz allen Flehmens bestimmt allein die Löwin den Zeitpunkt der Kopula, welchen sie dem Männchen durch lordosisches Hinterteil entgegenrecken deutlich wissen lässt, ebenso deutlich wie sie ihm sagen wird, wenn es noch nicht so weit ist. Die Rudelführer werden sich dann mit allen Weibchen paaren, da diese nahezu zeitgleich paarungsbereit werden. Dabei kommt es zwischen den einzelnen Löwenmännchen nur selten zu Streitigkeiten, da die Männchen zum großen Teil Brüder sind. Ab dem Moment, da die Löwin die Paarung zulässt, kopulieren Löwen von nun an ca. alle 15 Minuten, ca. 40 - 50 mal am Tag, bis zu 5 Tage und Nächte hinweg. Die Anzahl und die hohe Frequenz der Paarungen sollen die Ovulation provozieren, die sich bei Katzen nicht spontan einstellt (siehe auch: Sexualität unter Großkatzen).

Löwen bei der Paarung
Löwen bei der Paarung - © 2012-08-15 14:34:33 Jay Aremac
 

Nach einer Tragdauer von ca. 110 Tagen bringt die Löwin zwei bis vier Junge zur Welt. Die Jungen genießen von nun an den Vorteil eines Rudellebens, da sich alle Mütter um die Aufzucht der Jungen bemühen, diese auch säugen, ohne selbst die Mutter zu sein, was die Jungensterblichkeit weiter reduziert, denn die Jungen sind selbst während der Jagd der Löwinnen niemals unbeaufsichtigt. Trotz dem, dass sich Löwenmännchen nicht ähnlich intensiv um die Jungenaufzucht bemühen, sind sie im Allgemeinen doch geduldige Väter und lassen den Kleinen doch sehr viel wohlwollend durchgehen.

Die Geduld findet mit der Geschlechtsreife der Junglöwen ein jähes Ende, denn nun wird den Männchen durch den Chef unmissverständlich nahe gelegt, das Rudel zu verlassen. Diese ziehen dann nomadisierend durch die afrikanischen Weiten, koalieren gegebenenfalls und warten auf den Moment, da sie stark genug sind, ein eigenes Rudel zu übernehmen. Die drei-jährigen Löwinnen hingegen verstärken das Rudel und werden schon bald selbst Mütter - der Kreis hat sich geschlossen.

Beuteerwerb des Löwen

Das Leben im Rudel widerspiegelt gleichsam das löwische Vorgehen bei der Jagd, die hauptsächlich nachts stattfindet, da hier die Temperaturen nicht so hoch sind, sodass man den Tag maximal energiesparend mit dem Warten auf die Nacht verbringt. Wer im Rudel jagt, jagt effektiv, muss allerdings Sorge dafür tragen, dass ein ausreichend großes Beutetier gewählt wird, damit allen Mitgliedern des Rudels genug Nahrung geboten wird. Die Jagd selbst wird in der Hauptsache von den Löwinnen bestritten, was dem nachgesagten Paschatum zwar noch weiter zuträglich wird, jedoch möchte bedacht werden, dass die massiven, mähnebeschwerten Männchen nicht die agilsten Jäger sind, denn selbst die Löwinnen sind mit einer Maximalgeschwindigkeit von 55km/h eher langsame Jägerinnen. An der Stelle sei gesagt, dass Löwenmännchen nicht ausnahmslos Jagdzuschauer sind, denn wann immer man es auf ein sehr großes Beutetier abgesehen hat, tritt der Mähnenlöwe in Aktion und ringt einen tonnenschweren Büffel auch schon mal im Alleingang nieder.

Die Mehrzahl aller Jagden sieht es aber vor, dass die vielen Löwinnen das Tier unbemerkt einkreisen, sich beeindruckend strategisch - beinahe kommunikationslos blind verstehend - um das Tier platzieren und es dann bejagen, es stürzen und den erstickenden Kehlbiss ansetzen. Diese Jagdmethode klingt ausweglos, jedoch gelingt bei weitem nicht jeder Versuch, Beute zu machen.

Löwin bei der Jagd
Löwin bei der Jagd - © 2010-09-16 14:24:36 Thomson Safaris
 

Nach erfolgreicher Jagd findet sich das Rudel zum Fressen zusammen, welches streng hierarchisch geregelt ist, denn vor allen anderen fressen die Männchen. Sind sie satt, dürfen die Weibchen ihren Hunger stillen, erst danach die Jungen. Dies Verhalten ist dem Ruf eines Löwenmännchens ebenso wenig zuträglich, da es sich auf den ersten Blick brutal und unverschämt darstellt, insbesondere im Falle, dass sich der Leitlöwe erst gar nicht an der Jagd beteiligte. Jedoch sollte man bedenken, dass das Fortbestehen eines Rudels, die erfolgreiche Aufzucht der Jungen in direkter Abhängigkeit zum Rudelführer steht. Ist dieser nicht bei Kräften, besteht die Gefahr einer Rudelübernahme durch nomadisierende Männchen mit infantizider Folge. Das ist nicht im Sinne der Männchen, auch nicht im Sinne der Weibchen und die Jungen wären wohl dankbar, wenn sie verstünden. Dass die Jungen erst nach den Weibchen an der Beute teilhaben dürfen, ist ebenso pragmatisch begründbar, da das Überleben einer gebährfähigen Löwin wichtiger ist, als das Überleben eines einzigen Wurfes.

Abschließende Bemerkungen zum Löwen

An dieser Stelle wird es Zeit für nicht einordenbare Randbemerkungen, denn betrachtet man einmal das Sexualleben eines männlichen Löwen während seiner zwei- bis dreijährigen Zeit als Rudelanführer und rechnet die Anzahl aller Begattungen in diesem Zeitraum zusammen, kommt man auf eine unglaubliche Zahl von ca. 20 000 Paarungen. Ebenso unwahrscheinlich mutet es an, dass ein ausgewachsener, männlicher Löwe während einer einzigen Mahlzeit bis zu 40 Kg Fleisch verschlingen kann. Da scheint es ja geradezu logisch, dass Löwen am Tag bis zu 20 Stunden mit Schlafen und Dösen zubringen. Löwinnen haben mit einer Lebenserwartung von ca. 18 Jahren eine bis zu 50% höhere Lebenserwartung, als das bei ihren männlichen Artgenossen der Fall ist, was sich durch den Schutz im Rudelleben auch im Alter begründet, während ausgestoßene Männchen bis zum Tode auf sich alleingestellt verbleiben.

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Weitere Informationen

Informationen zum Artikel

Kurzinfos:

  • Größe:95cm - 105cm
  • Gewicht:150kg - 250 kg
  • Körperlänge:2m - 3m
  • Schwanzlänge:95cm - 105cm
  • Tragzeit:ca. 110 Tage
  • Wurfgröße:2 - 4 Junge
  • Lebenserwartung:14 - 20 Jahre
  • Ordnung:Carnivora
  • Familie:Felidae
  • Unter-Familie:Pantherinae
  • Gattung:Panthera
  • Art:Panthera leo
  • Unterarten:
    Panthera leo leo
    Panthera leo azandica
    Panthera leo bleyenberghi
    Panthera leo krugeri
    Panthera leo nubica
    Panthera leo senegalensis
    Panthera leo persica
  • Population:ca. 16.000 bis 30.000
  • IUCN Red List:Externer Verweis
  • CITES:IIExterner Verweis
 

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