Hmm? Was man zu Katzenpfötchen groß zu sagen hätte?
Na zunächst wird man feststellen, dass Katzen grundsätzlich mal vier Pfoten haben und weiterhin wird man feststellen, dass die beidseitig, symmetrische Anordnung derer äußerst hilfreich beim Gehen ist, solange man sich nicht aufrecht fortbewegen kann.
Nein, das war keine überraschende Feststellung sondern eine ziemlich plumpe Einleitung, die uns dennoch zum Thema der Fortbewegung bringt, denn entgegen menschlicher Gewohnheiten auf der ganzen Fußsohle zu schreiten, stromern Katzen nur auf Zehenspitzen umher. Die digitigrade (digitus = lat. Finger, Zehe) Art der Fortbewegung sieht nicht nur sexy aus, sondern hilft entscheidend beim lautlosen Gehen und wird deshalb auch als Schleichgang bezeichnet. Statt mit dem gesamten Fuß durch's Gehölz zu trampeln, werden nur noch die Zehen und Pfotenballen aufgesetzt, gleichsam die Gefahr verringert, verräterisch knackende Zweige und raschelndes Laub zu zertreten. Neben der lautdämpfenden Eigenschaften bringt der Zehenlauf eine Verlängerung der Läufe mit sich, die sich in einem raumgreifenderen Schritt äußert und die Laufgeschwindigkeiten einer Katze erhöht (siehe auch: Wie schnell ist ein Gepard?). Im Zuge dessen sind Mittelhand- und Fußknochen verhältnismäßig lang und unterstützen den erhöhten Gang.
Pfotenballen? Wenn wir von Pfotenballen sprechen, dann meinen wir die felllosen, etwas erhabenen Hautstellen auf der Pfotenunterseite, die aus einer recht elastischen Hornschicht bestehen. Diese sind von einem breiten Unterhaut-Polster (mit darin eingeschlossenen Fettzellen) unterlagert und haben eine federnde Beschaffenheit, die beim Laufen ebenfalls lautdämpfend wirkt. Unterstützt wird das Katzenschleichen durch das artabhängig dichte oder dichtere Fell an den Pfoten und Zehenzwischenräumen.
Zu Zwecken bildlicher Erläuterung findet ihr hinter dem Link eine Graphik mit verschiedenen Pfotenabbildungen und dazugehörigen Pfotenspuren, die den Vergleich von Großkatzenpfoten, des Geparden und Wolfes möglich machen.
In den Ballen befinden sich (wie bei vielen Säugetieren) Schweißdrüsen, die thermoregulierend eine eher untergeordnete Rolle spielen und allem voran dazu genutzt werden, Geruchsstoffe abzugeben. Vergehen sich Katzen mal wieder an der großen Eiche oder ramponieren das neue Sofa, dann ist das nicht immer nur Maniküre, sondern gilt als Versuch das geschundene Objekt zu annektieren indem es markiert wird.
Das bringt uns zu den Krallen, als Teil der Katzenpfoten. Vier Pfoten, fünf Zehen, 20 Krallen? Na fast. Tatsächlich haben Katzen nur 18 Krallen, da die dem Daumen entsprechende Kralle an den Hinterläufen zurückgebildet ist. Während die "Daumenkralle" an den Vorderpfoten noch teilweise Verwendung findet um die gejagte Beute von den Läufen zu reißen (bei Geparden gut zu sehen), fand die hintere Daumenkralle keinen wirklichen Einsatz.
Die gebogenen Hornkrallen verbleiben bei Nichtgebrauch in den Hornscheiden und werden durch ein elastisches Band am Fußinneren am Heraustreten gehindert (siehe: Abb.: 2). Durch Anspannen der entsprechenden Muskeln können die Krallen herausgestreckt werden, sodass man im Kontext der Krallen eher von "willkürlich herausstreckbaren Krallen" (Zitat: Horst/Wally Hagen - Der Leopard) sprechen müsste, denn von Einziehbaren. Ausnahme macht hier der Gepard, der stark zurückgebildete Hornscheiden hat, sodass selbst gänzlich zurückgehaltene Krallen nie komplett "eingezogen" erscheinen (siehe auch: Wie schnell ist ein Gepard?).
Ein paar Daten:
Tigerkrallen können bis zu 10 cm lang werden. Der Gattungsname des Geparden Acinonyx kommt aus dem Griechischen leitet sich von akin = "nicht beweglich" und onyx = "Kralle" ab.
| Krallenpfote: | Komm doch, komm doch! |
| Krallenabbildung: | Kralle rein, Kralle raus, Kralle rein, Kralle... |
| Röntgenaufnahme: | Das lässt tief blicken... |








