Seite zu groß?
 Der Gepard hat gemeint, diese Seite sei zu groß, um noch sinnvoll auf einem Endgerät dieser Größe dargestellt zu werden. Und nun?

Ein Katzennetz

Haben wir ein Dach überm Kopf, dann sitzen wir entweder unter einem Sonnenschirm oder im eigenen Heim. Nehmen wir den zweiten Fall an, so haben wir meistens auch Wände und diese haben Löcher. An sich eine praktische Sache, denn zum einen spart es Baumaterial und Licht kommt tagsüber auch in die Hütte.

Aber wenn etwas rein kommt, dann kommt anderes auch hinaus und dann haben wir das eigentliche Problem. Im Haus mag das noch verschmerzbar sein, in einer zu Etagen neigenden Wohngegend ist das nicht mehr so schön, wenn die in die Jagd nach Käfern vertieften Fellnasen zum Fenster hinaus gleiten.

Wir brauchen ein Katzennetz. Nicht zuletzt da wir so langsam in den Sommer kommen und geschlossene Fenster unbehaglich sind. Weil wir basteln wollen und uns nicht damit zufriedengeben, die im Handel erhältlichen Netze einfach nur an die Wand zu dübeln, bauen wir uns ein Katzennetz zum einfachen Ein- und Ausbau in einen handelsüblichen Fensterrahmen. Das freut nicht nur die Nachbarn, die vom Schlagbohrer-Geheul verschont bleiben, sondern auch den Vermieter, der nach Verlassen der Behausung keine Mondlandschaft an den Wänden vorfinden muss.

Misery nebendran
Misery nebendran - © 0000-00-00 00:00:00 Kidogo Gepard
 

Was benötigen wir alles?

Werkzeuge:

  • Bohrmaschine
  • Stichsäge
  • Akku-Schrauber
  • Bohrer (2mm)
  • Holzleim

Material:

  • 1 Katzennetz (13 €)
  • 2 Stück 2500mm x 74mm x 24mm Kanthölzer
  • 16 Stück 3,0 x 45mm Holzschrauben
  • 36 Stück 4,0 x 40mm Holzschrauben
  • 4 Stück arretierbare Scharniere
  • 4 Stück Stuhlwinkel
  • 4 Stück Eckwinkel
  • eine Pfote voll Krampen
  • Schleifpapier verschiedener Körnung
  • Ca. 42 €

Die Geräte rechne ich nicht mit hinein, denn diesen Kram hat man immer da und wenn nicht, dann hat man das meiste ja noch vom Kratzbaumbau über ;) Hmm, wenn man bedenkt, dass man nach dem Bau eigentlich nur einen schnöden Holzrahmen hat und dafür noch 40 € bezahlen soll, dann… Ja was dann? Immerhin ist das Ding herausnehmbar und formschöner als um das ganze Fenster herum Ösen für das Netz einzudübeln. Erst recht wenn man Altbauwände hat und man die mitgelieferten Dübel gegen spezielle Hohlraum-Verwindungsdübel in doppelter Größe eintauschen muss, damit es überhaupt hält.

Am Katzennetz sparen

Am Katzennetz würde ich persönlich nicht sparen und etwa durch Hasendraht ersetzen. Den Meinungen anderer Katzenhalter zu Folge kann dieser eher zu Verletzungen führen. Das muss man allein ob der 13 € sicher nicht riskieren. Allerdings entbindet ein Katzennetz auch nicht wirklich von der "Aufsichtspflicht", denn Netze tragen immer ein gewisses Gefahrenpotential in sich. Gemeine Dinger.

Gitter statt Netz?

Gitter statt Netz! Beim Bau eines zweiten Fensternetzes habe ich anstatt des Netzes ein sogenanntes Estrichgitter/-Matte verwendet, welches rückblickend die bessere Wahl ist, da es zum einen preiswerter, leichter zu verarbeiten und subjektiv schöner ist.

Welcher Riegel?

Damit das Netz abnehmbar ist und ohne Einwirkung von Schrauben befestigt werden kann, müssen Riegel her. In meinem Fall sind es Grendelriegel, die sich konstruktionsbedingt feststellen lassen. Aber was genau verriegelt der Riegel eigentlich? In den Fensterrahmen findet man oft eine Pfote voll an Halterungen und Vertiefungen, die das Fenster geschlossen halten sollen. In meinem Falle hatte ich viel Glück - Kanthölzer und Riegel hatten auf den Millimeter genau die richtige Höhe. Hier muss man ein wenig probieren.

Wer noch einen Euro sparen will, der kann ggf. die Eckwinkel weglassen, denn je nach Temperament der Katzen, sind die nicht unbedingt nötig. Wer's nicht gehobelt braucht, der nimmt Dachlatten und im 10er-Pack sind Stuhlwinkel auch nicht immer teurer vier Einzelne. Mit ein bisschen Geschick lassen sich so noch einmal 5 – 7 € sparen.

Zum Bau kann man nicht viel sagen, denn letztlich muss man nur die Hölzer auf die Länge seines Fensters schneiden, die Schraubenlöcher vorbohren und alles mit den Winkeln zusammenbringen. Wer mag, verleimt die Hölzer noch. Zwischendrin muss man sich immer wieder mit seinen Vierpfotern auseinandersetzen, die mit Konsequenz die Arbeiten boykottieren, indem sie überall ihre Näschen dazwischen stecken - vergleichbar mit dem Geschenke einpacken.

Wer solch ein Fenster hat wie ich, der muss auch noch schauen, dass er die gefühlten Hundert Aussparungen für die ganzen Verschlüsse und Schraubenabdeckungen aus dem Holz schnitzt, damit er den Holzrahmen überhaupt ins Fenster bekommt. Wenn der Rahmen in einem Finalen Test vernünftig sitzt, bringt man noch die Grendelriegel an. Nun wird noch das Netz angeklammert oder mit Krampen festgehämmert.

Anders als beim Kratzbaum, wo man tagelang in die Ferne geschweift ist um das Gesamtziel vor Augen zu behalten, sollte man hier nach spätestens zwei Stunden fertig sein und kann seinen Vierpfotern eine luftige Aussicht nach draußen gönnen.

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