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Im Wald

Ich ging im Walde so für mich hin,
Und nichts zu suchen das war mein Sinn.
Nicht ums mit Goethe darzulegen.
Nein, allenfalls des Reimes wegen,
Hopste ich durch Dauerregen,
Als ich des Wegs zum Weibchen bin.

Gelockt mit Duft und Kerzenschein,
Mit lüstern machend rotem Wein –
Wenn erst durchquert der dichte Haag,
Dem Weibchen liebend zeigen mag,
Dass sie mir auf der Zunge lag -
Soll es die Nacht des Katers sein.

Zwar war nur jener Hain zum Platze,
Der führen sollt' zu Katers Katze,
Doch kaum gelaufen, schon durchnässt,
Das Fell zerzaust, voll von Geäst.
Ob Weibchen mich gewähren lässt,
Trotz Struwwelfell und nasser Tatze?

Was nicht von oben sich ergoss,
Fontänig her vom Boden schoss,
In immer neuen Tropfenwellen,
Die eisig kalt in Männchens Fällen
Kleinigkeiten unterstellen,
Wann immer man betrat das Moos.

Als wäre nicht, in Anbetracht
der Feuchtigkeit, genug durchmacht,
Da auf dem Pfad hindurch den Wald
Ein jeder Schritt ward untermalt.
Von einer kleinen Pilzgestalt,
Die lange nicht mehr so gelacht.

Aus Sicht des Pilzes, ohne Frage,
Wirkt amüsant des Katers Lage,
Doch auch ein Steinpilz, in der Tat,
Mit Liebestollen Mitleid hat
Und sich erweicht für einem Rat:
"Nimm nur ein Bein, wie ich mich trage!"

Schlau gedacht, zumindest fast,
Ging ich der Wege fort in Hast.
Mit lechzend Hinblick pausenlos,
Auf Geborgenheit in Weibchens Schoß,
Sprang einzelläufig, träumend bloß,
Mit Kopf voran an einen Ast.

Was kurz zuvor noch da an Stolz,
Im Nachhinein zu Demut schmolz.
Der Pflege Stunden aufgewendet,
Zu guter letzt im Matsch geendet,
Als Elends-Bildnis formvollendet,
Lag reglos ich im Unterholz.

Als jäh erweckt vom Schlaf der Toten,
Mit schreiend lauten Weck-Methoden -
Noch arg benommen, Sehkraft kaum -
Schalt mich die Eule hoch im Baum,
Da ich sie stört im Tagestraum.
"Mach's wie ich. Geh auf zwei Pfoten!"

Schlau gedacht, sollte man meinen,
Also sprang ich auf zwei Beinen.
Wechselseitig, Schritt für Schritt,
Hopsend den Wald durchschritt,
Bis ich von nasser Wurzel glitt -
Den Sturz gelindert nur von Steinen.

Schon früh erlernt ein jedes Kind,
Dass Schmerzen nicht gleich Schmerzen sind.

Brummend stapft' ich aus dem Tann,
Im Passgang, so wie ich es kann.
Wenn sie mich liebt so wie sie spricht,
Dann trübt kein Struwwelfell die Sicht
Und verabscheut mich auch fleckig nicht.
Die Schönheit man für Frau ersann.

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