Seite zu groß?
 Der Gepard hat gemeint, diese Seite sei zu groß, um noch sinnvoll auf einem Endgerät dieser Größe dargestellt zu werden. Und nun?

Die Kette

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lieben... äh... leben sie noch heute. Gestorben sind sie natürlich nicht und deshalb befinden wir uns wieder in unserem monarchisch regierten Geparden-Königreich, in einem fernen Land hinter den Siebenbirgen bei den sieben Zwirgen. Nein, die Zeit stand auch dieses mal nicht still, sodass genug Gelegenheit blieb, die letzten Spuren der Insubordination in Form eines normgewichtstein-zerbrechenden Obstverkäufers zu beiseitigen und den Schmerz des Verlustes dieser gewichtigen, "massgeblichen" Einzigartigkeit zu vergessen.

Denn immerhin war das nicht nur ein 40kg schwerer Felsklumpen, sondern einer der drei Eckpfeiler für einen geregelten Handel im Land. Ok, warum so ein bedeutsames Relikt der Wirtschaft niemals dupliziert wurde, um bei Abhandenkommen oder Ähnlichem Irritationen am Markt vorzubeugen, weiss wohl keiner so genau. Aber so war und ist das nun einmal im Märchen, denn immerhin liefern solche Nachlässigkeiten Raum für das dramaturgische Element.

So war der Moment, da der Obstverkäufer seiner Zeit den Norm-Stein unbeabsichtigt in vier Teile zerlegte, noch das geringste Problem, da alle 4 Teile in Summe das Gesamtgewicht des einstigen Steines repräsentierten. Allerdings ist es im Märchen ebenso üblich, dass man hin und wieder böse Nachbarn hat, die einem den Erfolg im Königreich neiden und in geregelten Abständen für Tumult sorgen. Ich meine, das können sie ja auch machen, denn bis hier hin war es doch recht ruhig, sodass es im Grunde nur eine Frage der Zeit war. Und ausserdem muss man sich irgendwie an die Märchenland-Regeln halten.

Was war also in der Zwischenzeit geschehen?

"Fiese Füchse" könnte hier die zusammenfassende Alliteration lauten. Wir erinnern uns - Füchse - rund herum um des Parden Königreich versammeln sich vielerlei andere Monarchen, die damals schon die Heirat mit der Traumgepardin verkackt haben und mit Sicherheit noch am Schmollen sind. Aber irgendwann verliert sich alles Schmollen und Fuchs sinnt nach Vergeltung. Da kommt die Nachricht über einen zersprungenen Norm-Stein gerade recht, denn verabredlicher Dings machten sich des Nachts drei Vertreter der Nachbar-Königshäuser auf den Weg in Richtung der Geparden. Das Dumme dabei war, dass sie ihr Vorhaben für sich behielten, wodurch das rotpelzige Triumvirat der Durchtriebenheit in die Lage versetzt wurde, unbemerkt in das Schloss der Geparden einzudringen und drei der vier Teile des Norm-Steines zu entwenden.

Mies, mies...

Hatte man doch wissen müssen, dass diese Aktion für ein wenig Unstimmigkeit im Handelswesen des Pardenkönigshauses sorgen müsste. Prompt reagierten die Anleger am Markt auf diese Nachricht und Trieben das Fuchsland/Gepardenland-Währungspaar sukzessive auf ein neues Allzeithoch. Das anfängliche Grinsen im Gesicht der Füchse wich nur all zu schnell dem Blick der Ungläubigkeit, denn wenn man mal genau hingeschaut hätte, müsste man erkannt haben, dass unser Geparden-Königreich weitesgehend autark vor sich hin wirtschaftete und das meiste seiner Produktionsgüter ins Ausland weitergab, man im Land der Fleckentiere demnach so gar kein Problem mit dieser Situation hatte. Durch den günstigen Wechselkurs geht der Export gleich noch mal so gut, während die Ausfuhr-Wirtschaft bei den Füchsen so langsam aber sicher vor die Caniden ging, die Aktienmärkte gerade die Tränen in den Augen hatten und Wunden leckten während die Jungs von der FZB - die Fuchsland-Zentral-Bank - dem Ganzen beistehen, als sei es eine unabänderliche Naturkatastrophe, anstatt zu Interventionskäufen überzugehen.

Sei es drum, das anfängliche, durch die Füchse initiierte, Komplott verkehrte sich so nach und nach in sein Gegenteil und sorgte für reichlich Extra-Kohle in der Staatskasse seiner Geflecktheit. Letzteres war allerdings bitter, bitter nötig, denn neulich erst hatten Pard und Pardin eine ausgiebig wilde Nacht verbracht. Wobei die Umschreibung "wild" noch eher zutraulich klingt, denn am Ende war man zwar tierisch ausgeglichen, aber die Wohnzimmer-Couch hat das lüsterne Event so gar nicht überlebt.

*Ningel ningel* Natürlich drängelte Frau Gepardin am Morgen darauf so lange, bis sie ihrem Schatz endlich die 3000 Goldstücke für eine neue Couch aus dem Kreuz geleiert hat, denn "immerhin wurde die ja von unglaublichen 4600 herabgesetzt, sodass man die uuuhuuuunbedingt haben müsse. Außerdem könne das Wohnzimmer soooo ja nun nicht bleiben." na klar. Aber Gepard war guter Dinge, denn zum einen müsste die neue Couch später am abend "eingeweiht" werden, zudem war heute der letzte Donnerstag des Monats und das heißt traditionell: mit den Kumpels einen drauf machen. Alles in Allen viel Grund zur Freude.
Also bekam Frau Gepardin noch ein paar hundert Goldstücke mehr für ein paar neue Schuhe, ein paar beinahe durchsichtige Accessoires für die Nacht und eine ausgedehnte Shopping Tour mit ihren ewig kichernden Fleckenfreundinnen, während der Kronenträger nun Zeit genug für sich, seine "Kollegen" und all den Schwarzbiers im Pub hatte. So nam der König seine Frau in seine Pfoten, küsste sie beinahe bewusstlos, verabschiedete sie mit einem beherzten klapps auf ihren knackigen Fleckenar*** und schaute ihr verträumt nach, aufmerksam verfolgend jede Biegung ihres Tails, verursacht durch die sanften Bewegungen ihrer Hüften. Sie wusste genau, wie sie das zu tun hatte. So viel steht mal fest.

Donnerstag Abend...

Langsam fanden sich des Königs Saufbrüder am Treffpunkt "Zugbrücke" ein, sodass man sich auf den Weg machte, um sich mal wieder richtig die Birne zuzukippen, während man sich gröhlend durch sämtliche Männchen-Gesprächsthemen schlängelte, mal Fußball besprach, mal über Autos philosophierte, dann über Sex, wieder Autos und noch einmal über Frauen. Unzählige Bier später und mehr als gut gelaunt beschloss man irgendwann den Heimweg, denn immerhin war der nächste Tag ein regulärer Arbeitstag und wer saufen kann, kann auch arbeiten. Und irgendwoher muss "es" ja schließlich kommen. Sprach's und wankte, ge- und unterstützt von den anderen, schlangenlinigen Schrittes, die komplette Strassenbreite ausnutzend Richtung Heim.

Da der Weg zum Bett nicht enden wollte und durch die slalomartige Gangart erst recht nicht kürzer werden mochte, beschloss man die Abkürzung durch den dunklen Park, gleichwohl man wusste ob all des Gesindels, welches sich gern herumtreibt im Schutze der bäumlichen Dunkelheit, sodass der erste Ärger nicht lange auf sich warten ließ. Aus seinem Versteck eine Hyäne sprang, um ungenierter Weise einzufordern der royalen Trunkenbolde Habseligkeiten. Diese fanden das aber weniger komisch und sahen das irgendwie nicht so wie die elendige Verbrecherhyäne, sodass man sich nicht erst in viel gerühmter, rhetorischer Geschicklichkeit erprobte, statt dessen sofort das Prügeln begann, denn da könnte ja jeder kommen und einen auf Bandit machen. Das hat in Folge dessen auch die Hyäne begriffen, als sie zahlreiche neue Tüpfel in ihrem Fell hatte und auf nunmehr allen Dreien davon humpelte. Noch während der Geschmack des Triumphes rot an seinen Lefzen entlangrinnt, bemerkte der Monarch, dass bei der Pfotengreiflichkeit seine Halskette entzwei gegangen ist. "So ein Mist. meine Kleine tritt mich. Das war die Kette von ihrer Mutter, ein Erbstück von deren Mutter, dessen Oma, die Schwester, des Vaters der König..."

Einer aus der Runde machte den Vorschlag, den örtlichen Juwelier aufzusuchen, da er diesen gut kannte und man von diesem eine qualitativ hochwertige Arbeit und Vergünstigungen erwarten könnte. Also wankte man mit neuem Ziel durch die halbe Königsstadt und ließ sich am Eingang des Juweliers nieder. Der König trat ein und...

"Was kann ich für sie..."
"Hey... dich kenne ich doch irgendwoher. Bist du nicht... Du bist doch der Obstverkäufer, der neulich meinen Stein zerkloppt hat."
"Ähhh, da müssen sie mich mit jemanden ver..."
"Hör auf, mir einen vom Wolf zu erzählen. Wie kommt es, dass sich ein gemeiner Obstverkäufer als Juwelier wähnt?"
"Nunja, nachdem der Norm-Stein gebrochen und von den Füchsen verschleppt ward, ist mein Obstladen ein Opfer der kurzen Rezession geworden. Ich wurde arbeitslos und wurde zu einer Umschulung genötigt. Nun bin ich Juwelier."
"Ah ja... Na dann hör mal gut zu, Junge. Hier ist deine Gelegenheit, um den Mist mit dem Stein wieder gut zu machen. Die Kette. Die muss in 10 Minuten wieder an einem Stück sein und zwar so, dass nicht erkennbar ist, dass sie das bis eben nicht war. Ansonsten bekomme ich Ärger mit Frau Königin. Und das wollen wir doch nicht, nicht wahr?"
"Äh... natürlich nicht, Sire."
"Wir verstehen uns. Das finde ich gut. Denn bekomme ich Ärger mit meiner Schönen, brauchst du dir um deine Altersvorsorge keine Gedanken mehr zu machen."
"*schluck* Aber ich muss sie warnen. Die Kette ist sehr komplex geformt, sodass es recht kostspielig für seine Durchlaucht..."
"Was? Du willst doch nicht, dass ich das jetzt bezahle? Junge, schau noch mal hin und überlege, wer vor dir steht! *grummel*"
"Aber Sire... ich habe Familie und 5 Kinder. Und schließlich seiD ihr es, die reichlich Einkommenssteuern einfordern."
"Ich hab gerade aber üüüüüberhaupt keine Zeit zum Diskutieren. Was soll der Spaß kosten?"
"Pro Kettenglied was ich aufbiege und wieder schließe, muss ich 1.5 Goldstücke berechnen, was Alles in Allem..." "Ja geht es noch? Junge, ich habe nur noch fünf Goldmünzen... wir einigen uns jetzt!"
"Aber Sire... das ist doch mehr als genug."

Hmmm, vier Kettenteile, 1.5 Goldmünzen pro bearbeitetes Kettenglied und dennoch... Warum reichen die fünf Goldmünzen des Königs auch ohne Rabatte und Gefeilsche aus, um die Kette vollständig zu reparieren?

Die kaputte Kette


Die Kette vor der Reparatur.

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Ich freue mich immer über Leser, die durch nützliche und konstruktive Beiträge zum Thema eine Diskussion anstoßen oder den Artikel mit weiteren Informationen anreichern. Alle Kommentare werden in diesem Sinne moderiert und auch erst nach Prüfung freigeben. Vielen Dank!

Weitere Informationen

 

Copyright 2000-2018 - Kidogo Gepard

This page uses valid CSSExterner Verweis in a XHTML 1.0 StrictExterner Verweis document type.
Page generation time: 0.0751 Seconds (27 Queries)

 
 

Die Datenbank wird durchsucht...

Die Datenbank wird durchsucht...